Gefährliche und dumme Diskussion H2

Mich regt es gerade mal wieder auf. Dauernd kommen irgendwelche Meldungen zu Wasserstoffautos (zum Beispiel Daimler will verstärkt auf Wasserstoff setzen). Als ich selber noch nicht soweit war, war ich auch ganz begeistert in einem 7er BWM zu fahren, bei dem hinten nur noch Wasser raus kam. Jetzt, 18 Jahre später, bin ich schlauer und die Industrie sollte es eigentlich auch sein.

Warum wollen einige Unternehmen auf H2 setzen? Eigentlich nur aus dem Grund, damit der Verbraucher den Tank in 5 Minuten nachgefüllt hat, was ja scheinbar ein großer Vorteil gegenüber dem Akku-Auto ist.

Warum lehne ich die H2 Speicherung ab? Ganz einfach, weil Wasserstoff eine Umweltkatastrophe ist. Derzeit wird Wasserstoff aus Erdgas extrahiert. Was ist dabei gewonnen? Nichts, denn Erdgas (Methan) besteht aus Kohlenwasserstoffmolekülen. Diese werden aufgespalten, so dass H2 und CO2 entstehen. Also ist die CO2 Produktion nur an einen anderen Ort verlagert und wir wollen doch gerade das CO2 verhindern. Außerdem muss Wasserstoff aufwendig transportiert werden. Das macht alles den Wasserstoff sehr teuer.

Ferner kann man Wasserstoff nicht einsperren, auch wenn BMW das Gegenteil behauptet. Wasserstoff ist ein Gas und will sich ausdehnen. Das kann man nur durch sehr hohe Drücke oder sehr niedrige Temperaturen verhindern. Im Auto gibt es diese Temperaturen nicht. Bleibt also nur noch der Druck und der wird bei höheren Temperaturen entsprechend größer. Also muss aus Sicherheitsgründen Druck abgelassen werden. Ferner penetriert Wasserstoff durch jedes Material. Es lässt sich also auch durch die besten Materialkombinationen nicht dauerhaft aufhalten. Durch den Vorgang der Penetration, bei der also die Wasserstoffatome durch die Tankmoleküle hindurchwandern, verändern sie die Molekülstruktur, weshalb auf Dauer die Tanks, Leitungen, … spröde und porös werden.

Auch die Wasserstofferzeugung durch Elektrolyse ist für die direkte Wasserstoffnutzung nicht geeignet, weil dadurch 40-60% der wertvollen elektrischen Energie verloren gehen.

Was kann ich also gegenüber einem Akku gewinnen? Nur Zeit auf Langstreckenfahrten, denn ein Elektroauto kann zuhause jeden Morgen vollgeladen sein. Natürlich gilt das nicht für die Stadt, aber wenn ich nach 4 Wochen (vielleicht ist die Zeit auch länger, ich weiß nicht, wie gut die Tanks heute sind) zu meinem Wasserstoffauto komme und der Tank ist leer, komme ich auch nicht mehr weg und es gibt auch dort keine Ersatzkanister.

Ich fasse noch einmal zusammen: Die Wasserstoffherstellung produziert CO2, was wir gerade nicht haben wollen, Wasserstoff hilft nur der Industrie. Der Verbraucher hat deutlich erhöhte Kosten auch durch aufwendigere Inspektionen. Es gibt keinen Komfortgewinn außer für die Dauerfahrer, die nicht die empfohlenen Pausen alle 2-3 Stunden einhalten. Es gibt Standverluste, die es auch beim Akku gibt, die ich dort aber einfacher ausgleichen kann.

Also bitte vergesst das Thema Wasserstoff im Automobil. Es gibt nur einen Punkt, der für einen temporären Wasserstoff gibt und das ist für die Speicherung von Sommersonnenstrom für den Winter. Aber da kann der Wasserstoff nur als temporäres Zwischenprodukt zum künstlich erzeugten Methan darstellen. Dies kann man wieder gut speichern, einspeisen und umwandeln. Aber es gibt immer noch die 60% Energieverlust.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.