Soziale Komponente bei der E-Mobildiskussion

Letzten Dienstag habe ich einen Vortrag über das Funktionieren der E-Mobilität gehalten. Dabei wurde ich darauf angesprochen, dass die Autos für Geringverdiener nicht möglich sind. Da dieses das zweite Mal war, dass mir das Thema über den Weg lief, möchte ich hier auch mal darauf eingehen.

Es gibt tatsächlich zwei Punkte zu beachten. Erstens, die aktuell verfügbaren Elektrofahrzeuge sind in der Anschaffung sehr teuer und wenn ein Ersatzakku fällig wird, wird es noch einmal teuer. Punkt zwei hat nichts mit den Elektroautos zu tun, sondern mit dem allgemeinen Vorgehen der Politik und der Wirtschaft.

Zum teuren Elektroauto ist zu sagen, dass es sich um eine neue Technologie handelt, wie seinerzeit der Fernseher. Um diese Technologie in den Markt zu bringen, fängt man am Besten von oben an, wie Tesla es gemacht hat (neue Flachbildfernseher werden auch erst einmal im XXL Format gebracht). Es gibt also noch keine „günstigen“ Kleinwagen und weil sie auch noch so neu sind, auch kaum Gebrauchtwagen. Das wird sich im Laufe der Zeit regeln und die Elektroautos werden irgendwann günstiger sein, als Verbrenner. Experten gehen davon aus, dass dies Anfang der 2020er Jahre sein wird. Wenn ich mein Fahrzeug betrachte, so würde ich heute für denselben Kaufpreis ein Fahrzeug mit 5kWh größeren Akku, Luftfederung und Hepa-Filter bekommen. Das sind schon ein paar 1000€, die das Fahrzeug im Prinzip günstiger geworden ist und das in 2,5 Jahren. Es sind also günstigere Fahrzeuge in Sicht.

Bleibt der zweite Punkt. Dieser wird zwar in Zusammenhang mit den E-Autos gebracht, stammt aber eigentlich aus dem Dieselskandal. Es werden seit Jahren durch sehr zweifelhafte „Umtauschaktionen“ relativ gute Fahrzeuge dem Markt entzogen, so dass erstens die aktuelle Fahrzeugflotte recht jung ist und zweitens die alten Fahrzeuge nicht mehr als Gebrauchtwagen zur Verfügung stehe. Es gibt also kaum noch Fahrzeuge deutlich unter 10.000€. Für jemanden, der sich das nicht leisten kann, ist es eine starke Einschränkung, denn mit seinem alten Diesel darf er bald nicht mehr in die Stadt fahren und wenn das Fahrzeug kaputt ist, ist es schwer an einen Ersatz zu kommen.  Und alles nur, damit die Autoindustrie indirekt Subventionen bekommt. Besonders weit hat die Politik da nicht gedacht, aber das ist ja nichts Neues.

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