Der eigene Strom als Mieter

Heute habe ich eine freundliche Mail bekommen, dass der Strompreis um 10% steigt. Dies wird mit gestiegener EEG Umlage, teuren Stromerzeugungskosten und erhöhten Netzentgelten begründet. In meinem Fall steigt der Strompreis um ca. 3 Cent inkl. Steuer. Dabei macht die EEG Umlage 0,2 Cent aus, der Strompreis ist in diesem Jahr so günstig wie nie gewesen und die Netzentgelte sind auch nicht so extrem gestiegen. Ich vermute also, dass da mal wieder Personalkosten und Gewinnerhöhungen eine Rolle gespielt haben. Nachzulesen sind die Werte auf der Internetseite Strom-report.de.

Was also tun? Ich meine es schon einmal beschrieben zu haben, aber hier noch einmal die Idee für Mieter. Wenn Ihr einen Balkon habt, dann besorgt Euch ein Solarmodul, dass Ihr an den Balkon schrauben könnt und steckt das zugehörige Kabel in eine Steckdose. Natürlich muss es ein Modul sein, dass den ganzen ISO Vorschriften genügt. Insbesondere darf die Zelle keinen Strom liefern, wenn der Energieversorger nichts liefert, damit nicht unkontrolliert Strom ins Netz gelangt. Eine solche Zelle kostet zwischen 600 und 700 Euro und liefert heutzutage 350Watt bei optimaler Einstrahlung. Der erste Schritt ist also die Anschaffung einer solchen Zelle. Im Jahr spart dies gute 70€ ein, macht sich also nach spätestens 10 Jahren bezahlt. Vor allem, wenn man berücksichtigt, dass der Strompreis jedes Jahr um 10% steigt, dann sind es nur 7 Jahre.

Der zweite Schritt ist die Anmeldung beim Netzbetreiber. Das geht relativ formlos. Ein entsprechendes Formular ist hier https://www.pvplug.de zu finden.

Jetzt kommt es darauf an, was man will. Um möglichst wenig Arbeit zu haben, verwendet man nur so viel Leistung (Module), dass die Grundlast (Kühlschrank und andere Geräte) abgedeckt ist. Dann entsteht auch im Sommer keine Einspeisung. Andernfalls gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder ist durch Technik am Wohnungsanschluss sichergestellt, dass kein Strom ins Netz eingespeist werden kann oder man entscheidet sich für einen höheren administrativen Aufwand. Wobei bei einem Mehrparteienhaus eigentlich solange kein Problem entsteht, solange die Erzeugungsleistung nicht die Grundlast der Nachbarn überschreitet, die nicht auch solche Module haben. Wenn man die Leistung im Sommer leicht überschreitet, ist es kein Problem, wenn man sagt, man möchte auf eine Einspeisevergütung verzichten.

Wollen Sie zusätzlich Geld verdienen, können Sie auch eine Einspeisevergütung in Anspruch nehmen. Dann können Sie natürlich auch die Leistung steigern. Zu beachten ist, je höher die Leistung, desto aufwendiger wird es. Ab mehr als 600 W Leistung, muss die Anlage zum Beispiel im Marktstammdatenregister eingetragen werden. das ist nicht schwierig und kostet nichts, außer Aufwand.

Aufpassen muss man beim Zähler. Wenn der aktuell ist, wird es sich ohnehin um einen Zweirichtungszähler handeln. Ansonsten Tauschkosten widersprechen, weil die ohnehin schon abgedeckt sind. Das ist in dem Formular aber noch einmal sehr gut dargestellt. Ab dann muss man sich vermutlich auch mit dem Vermieter absprechen.

Was bring das für die Umwelt? Ein Modul spart im Jahr 160kg CO2 ein. Bei 40 Mio Haushalten und davon 60% Mietern und sagen wir davon 25% Haushalten, die einen Balkon oder sonstige Möglichkeiten haben, sind das aber schon mehr als 500.000t CO2. Ein Ziel, was sich durchaus lohnt, denn es sind immerhin 2% der jährlichen Emissionen.

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