Können wir bitte mal über Lösungen sprechen?

Gestern habe ich in der Mediathek einen „aktuellen“ Beitrag zum Thema, „Ist die Elektromobilität umweltfreundlich?“, gesehen. Eigentlich sollte er auf Phoenix gesendet werden, aber da kam etwas anderes. Es gab tatsächlich etwas Neues. Nachdem in den Beiträgen der letzten Jahre die Lithiumgewinnung in Chile und Bolivien Thema war, ist es also jetzt Argentinien. Der Beitrag war dementsprechend nicht hauptsächlich über die E-Mobilität, sondern um die Probleme in Argentinien. Hier gibt es dieselben Probleme wie in Chile, nämlich, dass mit viel Grundwasser, welches ohnehin schon Mangelware ist, das Lithium aus dem Gestein gelöst wird. Hier bin ich der Meinung, dass tatsächlich die Staaten Vorgaben machen sollten, um das Verdunstungswasser aufzufangen und zurückzuführen. Da die Staaten aber an den Bergbauunternehmen beteiligt sind und es immer nur Interesse an schnellem Geld gibt, gibt es natürlich keine Vorgaben für entsprechende Lösungen. Das ist aber kein Problem der E-Mobilität, sondern der weltweiten Gier nach Geld, die sich nur durch ganz neue Gesellschaftssysteme aufbrechen lässt.

Interessanterweise wurde ja von dem wichtigsten Rohstoff der Akkuproduktion gesprochen. Für die Funktionsfähigkeit des Akkus stimmt das, aber wir reden hier über einen Anteil am Akku von 1,5%. Die Hauptbestandteile sind Aluminium und Kupfer. Diese wurden auch kurz angesprochen, aber die Kritik daran war sehr verhalten. Ich möchte dazu das Folgende sagen. Alle, die den hässlichen Abbau von diesen Rohstoffen bemängeln, womit sie prinzipiell Recht haben, sollten sich aber zuerst an die eigene Nase fassen und alle elektronischen Geräte aus ihrem eigenen Umfeld verbannen. Dann bleibt die Heizung kalt, das Telefon, vor allem das Handy sind weg und sämtliche Elektrizität im Haus oder der Wohnung. Dazu natürlich noch das Auto, aber auch Züge. Es lebe die Pferdekutsche.

Ich habe es schon einmal geschrieben, jede Rohstoffgewinnung ist unschön und belastet die Umwelt. Ist es also hilfreich darüber zu jammern, wenn neue Rohstoffe gewonnen werden sollen? Nein, es ist nur hilfreich über Lösungen zu reden und das E-Auto ist, meiner Meinung nach, eine bessere Lösung als das Verbrennerauto und als das Wasserstoffauto. Es ist ja auch so, dass die Ölförderung sehr viel Umwelt kaputt macht, auch wenn das aktuell in den Medien nicht mehr präsent ist. Aber das Elektroauto ist ein Teilschritt hin zu einer besseren Lösung für den flexiblen Individualverkehr und hier sehe ich aktuell nur das autonome Fahrzeug, solange es mit dem Beamen nicht klappt. Beim autonomen Fahrzeug kommt dann die nächste, wie ich finde sinnlose, Diskussion. Es gibt zwei Möglichkeiten:

  1. Ein Auto bekommt ein komplexes Regelwerk verpasst, was es berücksichtigen muss. Wenn das Regelwerk einen Fehler aufweist, kann es einen Schuldigen geben, wobei die Frage ist, ob es Sinn macht bei einem so komplexen System einer Person eine Schuld zuweisen zu wollen. Das ist so sinnvoll wie einer Hebamme die Verantwortung zu geben, dass eine Geburt immer reibungslos und ohne Komplikationen und Folgen klappt. Ein Regelwerk ist entweder unvollständig oder so umfangreich, dass es nicht umsetzbar ist.
  2. Ein Auto bekommt eine echte KI. Dann kann ich im Zweifelsfall eine Entscheidung, die das Auto getroffen hat, nicht mehr nachvollziehen. Da haben viele Menschen Angst vor.

Aber was ist eigentlich der Grund für diese Diskussion? Man möchte, dass eine Technik viel besser ist als der Mensch und das eine Technik mit Situationen umgehen kann, die nicht handhabbar sind. Klassisch wird ja immer angeführt, dass das Auto ein Hindernis erkennt und dann entscheiden soll, ob es in die Gruppe Rentner ausweicht oder in die Mutter mit Kind. Solche Forderungen führen zu Lösungen wie sie in China angedacht sind, dass anhand einer Gesichtserkennung das Sozialprofil abgeglichen werden soll und dann die Personen mit dem schlechteren Wert ausgewählt werden. Für mich wäre das gezielter Mord, denn ethnische Minderheiten haben per Definition schon ein schlechtes Sozialprofil. Kein Mensch macht sich in einer solchen Extremsituation solche Gedanken. Es läuft vielmehr so ab:

  1. ein Hindernis wird erkannt
  2. es wird erkannt, dass der Bremsweg nicht ausreicht
  3. es wird für sich und / oder im optimalen Fall für den Beifahrer erkannt, dass es Schmerzen verursacht gegen das Hindernis zu fahren
  4. dann bleibt nur noch Zeit sich für eine Seite zu entscheiden und da wird man vermutlich so ausweichen, dass man keine oder möglichst wenig Schmerzen abbekommt, egal wer da so rumsteht oder man reagiert spontan mit seiner Lieblingsseite

Alleine dieser Ablauf ist so komplex, dass bei solcher Art Unfälle die meisten Menschen gar nicht mehr rechtzeitig reagieren. Nun verlangt man von einer Technik, noch viel mehr zu können. Sie muss also zum Beispiel entscheiden, soll nur der Fahrer oder auch noch der Beifahrer geschützt werden. Eigentlich bräuchte es hier noch eine innere Gesichtserkennung, denn es soll ja eigentlich der Besitzer geschützt werden. Dieser kann sich gerade auf dem Beifahrersitz befinden oder das Auto wurde geklaut. Was ist eigentlich bei einem Mietwagen? Dem Besitzer ist der Fahrer egal, also müsste das Auto dahingehend entscheiden, selbst möglichst wenig Schaden zu erleiden.

Ich finde, man sollte mit einem System beginnen, dass entsprechend geschult ist und das zuerst einmal menschlich im Sinne des Fahrers / Besitzers reagiert. Schadensfälle werden doch auch heute über Haftpflichtversicherungen abgedeckt. Also geht es am Ende nur darum, welche Versicherung einen Schadenausgleich vornimmt. Wenn das System dann besser funktioniert, als ein Mensch, umso besser. Also lasst uns über entsprechende Lösungen sprechen, wie wir schnell in dem Thema vorankommen und nicht alles durch Problemdiskussionen kaputt machen. Nur durch Erfahrungen kann ein System besser werden und wenn die Autos noch voneinander lernen, umso schneller geht es.

Hierzu ein ganz anderes Beispiel, dass neulich in der Heute Show gezeigt wurde. In Dänemark hat man vor sehr vielen Jahren (> 15) begonnen mit Computern in der Schule zu experimentieren. Aus den Erfahrungen hat man gelernt und heute sind alle Schulen digital super aufgestellt. In Deutschland hingegen gibt es eine Vielzahl an Menschen, die über Lösungen seit Jahren diskutieren und NULL Erfahrung und Ahnung haben. Die Folge ist, dass Deutschland weit hinter anderen Ländern zurück hinkt. Also einfach mal probieren. Es wird Fehler und Probleme geben, aber diese alle vorherzusehen ist nicht möglich.

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