Heizkostenoptimierung – Heizungssanierung

Nächste Woche findet im Ort eine Informationsveranstaltung zum Thema Heizung statt. Ich weiß noch nicht, ob ich da hingehe, da es mich nicht direkt betrifft. Deshalb weiß ich auch nicht, was da erzählt wird. Aber ich kann meine eigenen Erfahrungen darstellen und das was ich als Maßnahmen durchführen würde.

Das Heizen von Wohnraum ist neben dem Verkehr der größte CO2 Emittent. Also ist es besonders wichtig hier Maßnahmen durchzuführen. Wenn man die Umwelt schützen möchte gibt es zwei Möglichkeiten, entweder Verzicht oder bessere Technik. Ich glaube nicht, dass jemand bei 17 Grad auf seiner Couch sitzen möchte. Also bleibt hier die Optimierung übrig. Die folgenden Maßnahmen sind nach Einfachheit und Kosten sortiert. Dabei sind die ersten Maßnahmen nicht nur die günstigsten, sondern auch die effektivsten.

Optimierung des Wärmeflusses

Wenn Sie Ihre Heizkörper voll aufdrehen und dann einen glühenden Heizkörper haben und in Badehose auf Ihrem Sofa sitzen, liegen zwei Probleme vor. Erstens funktioniert der Heizkörper nicht optimal und zweitens ist die Heizwassertemperatur zu hoch. Wenn ein Heizkörper vom Einlass bis zum Auslass vollständig heiß ist, bedeutet dies, dass das Heizwasser sehr schnell durch die Heizung läuft und gar keine Zeit hat die enthaltene Wärme abzugeben. Besser ist es, wenn der Heizkörper im Einlass warm ist und im Auslass deutlich kühler (ca. 10 Grad Celsius). Das erreicht man durch einen sogenannten hydraulischen Abgleich. Hierzu besitzen moderne Heizkörper Ventile, die einen zusätzlichen Ring besitzen, mit denen die Durchflussgeschwindigkeit eingestellt werden kann. Man kann diese Ventile auch nachrüsten. Das kostet pro Heizung ca. 15-50€, je nachdem ob man nur das Innenleben tauscht oder auch den Drehregler. Leider muss dazu das Wasser abgelassen werden, so dass man das nicht selber machen kann. Diese Maßnahme wird aber von der KfW gefördert und spart (laut Internet) 15-25% Heizkosten ein.

Zusatz: Elektronische Heizkörperthermostate kosten wenig mehr, als ein normaler Thermostat (wenn man sie ohnehin tauscht) und man kann mit ihnen über Zeitprofile die Raumtemperaturen regeln, was auch noch einmal ein bisschen spart, aber diese benötigen Batterien, die nur ein Jahr lang halten. Glücklich ist der, der eine Steckdose in der Nähe hat und dann ein 3V Kabel legen kann. Dies sollte man bei einer Altbausanierung gleich mit vorsehen. Man kann auch gleich vernetzte Thermostate verwenden und diese ggf. an eine Haussteuerung anschließen.

Optimierung der Heiztemperatur

Ein wohlig temperierter Raum zum Arbeiten oder zum gemütlichen Sitzen sollte etwa 23 Grad Celsius haben. Wenn diese bereits erreicht ist wenn der Heizkörper auf 2 steht, dann ist die Heizwassertemperatur viel zu hoch. Optimal ist es, wenn man den Heizkörper auf 4 stellen muss. Dann hat man noch immer eine Toleranz mit dem Maximalwert 5. Das Schlafzimmer wird dann natürlich geringer eingestellt. Gerade die Reduzierung der Heizwassertemperatur ist ein extrem wichtiger Beitrag. Da stellt man dann auch ganz schnell fest, dass die Temperatur schon fast im Bereich einer Fußbodenheizung ist und nicht mehr bei 70 Grad, wie man es früher gemacht hat. Keine Angst um einen zu kalten Raum, wenn es Draußen sehr kalt wird, denn die Heizung steuert die Heizwassertemperatur durch den Außenfühler entsprechend nach.

Mit den bisher beschriebenen Maßnahmen kann man wohl bis zu 30% Heizkosten einsparen.

Warmwassertemperatur

Gerade in Mietshäusern heißt es immer, dass die Wassertemperatur sehr hoch sein muss, damit sich keine Salmonellen ansiedeln können. Erstens ist das „nur“ ein Problem, wenn selten Wasser entnommen wird, also zum Beispiel nach einem Urlaub und zweitens bestehen auch Salmonellen nur aus Eiweiß. Eiweiß gerinnt bei 42 Grad. Deshalb ist das auch die kritische Körpertemperatur des Menschen. Also reicht eine Warmwassertemperatur von 45 Grad Celsius völlig aus. Die ist angenehm unter der Dusche, man verbrüht sich also nicht und man muss grundsätzlich erstmal keine Angst vor Keimen haben. Um ganz sicher zu gehen, lässt man aber die Temperatur einmal die Woche auf 55 Grad ansteigen, was natürlich auch nur dann etwas bringt, wenn diese auch abgerufen wird. Eine Dauertemperatur von 55 Grad Celsius ist unnötig und gefährlich, weil sie zu Verbrühungen führen kann. Auch diese Reduktion spart sehr viel Kosten und reduziert den CO2 Ausstoss.

Jetzt haben wir schon durch Einsatz von wenig Geld eine Menge Geld eingespart und die Umwelt geschont.

Vorarbeiten

Bevor wir zur eigentlichen Heizung kommen, vorher noch ein weiteres Vorhaben zum Energiesparen. Den wichtigsten Isolationsbeitrag eines Hauses bringen die Fenster. Wenn Sie keine 3-fach Verglasung haben, ersetzen Sie die Fenster durch 3-fach Verglasung und verwenden Sie moderne energiesparende Kunststoffprofile. Wenn Sie dann noch auf WK3 achten, haben Sie gleichzeitig einen Einbruchschutz. Rechnen Sie im Schnitt pro Fenster mit ca. 1000€. Ich denke, es gibt auch Profile, die Holz imitieren. Ich hoffe die Denkmalschutzbehörden gehen an der Stelle langsam mal mit der Zeit. Moderne Fenster bringen einen sehr hohen Beitrag, der noch höher einzuschätzen ist, als eine Hausisolierung. Apropos. Wenn Sie sich entschließen sollten Ihr Haus zu isolieren, verwenden Sie auf keinen Fall Kunststoff (Styropor). Es gibt inzwischen genauso einfach zu verarbeitende Isolierungen auf Biofaserbasis. Damit haben Sie später keinen Sondermüll und das Haus kann weiter atmen. Ich halte auch die Aussagen, dass ein Haus luftdicht sein muss für völligen Schwachsinn, da damit die Luftqualität im Haus massiv beeinträchtig wird und es leicht zur Schimmelbildung führen kann.

Heizung

Nun haben wir alle Vorarbeiten betrachtet und können uns der Heizung widmen, die inzwischen gar nicht mehr so groß sein muss und nach einer Hausisolierung den teuersten Faktor der Maßnahmen darstellt. Wir gehen also davon aus, dass Sie eine alte Öl-Heizung haben. Wenn Sie diese rauswerfen, können Sie einen zusätzlichen Raum gewinnen. Außerdem entfällt der Ölgestank. Wenn Sie den Platz dafür haben, schaffen Sie sich eine Luftwärmepumpe an. Diese stell aktuell das Optimum aus Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz da. Eine Erdwärmepumpe ist energetisch noch besser, bedingt aber einen viel höheren Aufwand und ist umwelttechnisch etwas zweifelhaft, zumindest, wenn sie in die Tiefe geht. Zudem haben diese Heizungen den Vorteil, dass sie mit Strom arbeiten und dieser relativ konstant im Preis bleiben wird, da der CO2 Preis hier eher sinken als steigen wird und man kann ja selber (als Hausbesitzer) zum Stromproduzenten werden.

An dieser Stelle würde ich gerne aufhören, denn alle anderen Heizungen sind Umweltsäue. Über die Ölheizung müssen wir uns wohl nicht unterhalten. Wohl aber über die vielfach gepriesenen Pellet- oder Hackschnipsel-Heizungen. Für diese werden in Osteuropa und Asien ganze Wälder abgeholzt. Die Aussage, dass für die Pellets nur Reststoffe verwendet werden, ist schlichtweg falsch. So viel Abfall fällt nämlich gar nicht an und die Herstellung von Pellets ist energieaufwendig. Das bedeutet, es muss erst künstlich einen Teil der Energie in das Material gebracht werden. Zudem kommt noch der Transport hinzu.

Als Notlösung fällt mir nur noch eine Gasheizung ein, da man vielleicht irgendwann das Gas auch synthetisch aus der Elektrolyse und dem CO2 der Luft gewinnen kann.

Eine Wärmepumpe hat noch den weiteren Vorteil, dass sie über eine Photovoltaikanlage betrieben werden kann und damit besonders günstig ist.

Soweit ich informiert bin, sind alle Maßnahmen durch die KfW förderbar, so dass niemand einen teuren Privatkredit aufnehmen muss. Voraussetzung ist oftmals ein Energieausweis, erstellt durch einen Energieberater. Halten Sie aber mit dem Energieberater fest, dass er Zusatzkosten übernimmt, wenn sein Energieausweis nicht stimmt. In meinem Fall hat mich eine falsche Berechnung 2000€ gekostet, die ich nicht an Subventionen bekommen habe und die ich höhere Zinsen länger bezahlen muss. Errechnet hatte der Energieberater einen Verbrauch von 55kW/qm bei 20 Grad Raumtemperatur. In Wirklichkeit waren es 13kW/qm bei 21 Grad. Das macht einen gewaltigen Unterschied bei der „Art“ des Hauses.

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