6 Jahre später, mein größtes E-Auto Abenteuer beginnt

Es ist jetzt fast 6 Jahre her das ich diesen Blog begonnen habe. Damals führte mich meine Reise alleine zum Nordkapp. Im Grunde war das damals bzgl. des Fahrens mit einem Tesla schon unkritisch. Die Dichte an Superchargern war seinerzeit in Norwegen bereits sehr hoch. Ich weiß nicht, ob seit dem wirklich viele in Norwegen dazugekommen sind. Es gibt nun einen in Honningsvåg, den es damals nicht gab. Mit den heutigen Elektroautos muss man nicht mehr beweisen, dass man bis zum Nordkapp kommt. In Deutschland und allen anderen Ländern ist die Ladesäulendichte seit dem erheblich angewachsen. Ich fuhr damals im Sommer, bei normalen, angenehmen Temperaturen zwischen 10 und 25 Grad Celsius und einem Fahrzeug, dass vielleicht 60.000km auf dem Tacho hatte. Ich hatte also noch fast die volle Akkuleistung (>400km bei 100%) zur Verfügung.

Nun, 6 Jahre später, sieht die Welt etwas anders aus. Das Auto ist kurz vor 280.000km. Es hat zwar schon die 5te Scheibe, aber noch immer die ersten Bremsen. An Verschleißreparaturen hatte ich bisher zwei neue Querlenker vorne (bei 190.000km), den Türgriff der Fahrertür und ein paar Euros für das Schönmachen des Fahrergurtes. Gesamtkosten deutlich unter 2000€. Alle weiteren Reparaturen waren entweder fremdverursachte Schäden an den Stoßfängern oder Elektronikprobleme in der Garantiezeit. Aktuell macht mir der Zentralcomputer etwas Sorgen, aber ich konnte ihn nicht mehr rechtzeitig auf die Version 2 aufrüsten lassen. Dann hätte ich nämlich eine Dashcam-Funktion, Netflix und Apple Music. Wobei ich keine Ahnung habe, ob man einen eigenen Netflix-Zugang dafür braucht. Ich habe und brauche kein Netflix.

Das Auto wird in Kürze 8 Jahre alt. Das hat bei der Laufleistung natürlich Auswirkungen auf den Akku. Leider kann ich nicht beurteilen, wie der Akkuzustand wirklich ist. Tesla rückt keine Informationen raus und eine teure Untersuchung will ich mir sparen. Auch haben die Teslas der Generation keine Garantie auf die Akkuleistung (zum Beispiel 70%) sondern nur auf Akkudefekte. Die Reichweite bei 90% Ladung ist inzwischen auf 298km von ursprünglich 360km geschrumpft. Besonders hat sich das Aufladen verändert. Von 10 auf 90% braucht das Auto inzwischen gut 75 Minuten, bei Kälte auch mehr. Noch stört mich das nicht sehr. Immerhin habe ich bisher fast keinen Strom bezahlen müssen. Zudem genieße ich es die Ruhe zu haben, um gemütlich Essen gehen zu können. Bei Ladezeiten von 15 Minuten fällt das weg.

Das Auto sieht immer noch fast wie neu aus und auch das Fahrwerk macht keine Probleme. Das sind sicherlich Vorteile eines eher leichteren Akkus, wobei die heutigen Model S bei viel größerem Akku, nicht mehr Gewicht auf die Waage bringen. Es hat sich technisch in den Jahren diesbezüglich viel getan, aber ein Auto vielleicht 500.000 oder mehr Kilometer zu fahren hat auch etwas mit Nachhaltigkeit zu tun. Insgesamt hoffe ich 600.000km zu schaffen, wenn es bei der jährlichen Fahrleistung bleibt oder noch weitere 8 Jahre. Selbst wenn ich noch einen neuen Akku kaufen muss, so ist das erheblich billiger als ein neues Auto. Wobei ich natürlich zugeben muss, dass ein Auto mit weniger Verbrauch, größerer Bodenfreiheit, einemAkku mit 30-40% mehr Kapazität und im Zweifelsfall 700PS mehr, seinen Scharm hätte. Aber mit dem Lottogewinn hat es bisher nicht geklappt.

Das Neue Abenteuer

Ursprünglich wollte ich diese Reise schon vor zwei Jahren machen, aber durch verschiedene Ereignisse, habe ich sie auf dieses Jahr verschieben müssen. Glücklicherweise muss ich die Reise nicht alleine machen und werde von meiner guten Wanderfreundin Christel begleitet. Zu Zweit ist eine Reise in die Kälte und den Schnee angenehmer, denn es gibt eine Menge Unwägbarkeiten. Einer muss ja das Auto ausgraben.

Wir wollen durch Schweden bis Finnland fahren. Die Temperaturen schwanken aktuell stark. Wir sind auf Temperaturen von -25 Grad Celsius eingestellt. Die Reise wird gute drei Wochen dauern. Eine Woche Fahrt an die Nordküste der Ostsee. Dort verschiedene Programme bis Schwedisch Lappland und dann eine Woche zurück, ggf. über Norwegen. Das Programm im Zielbereich ist organisiert und gebucht. Der Rest nicht. Wir wissen also nicht, wo wir wann übernachten werden. Wir haben Zelt und Schlafsack dabei. Die Reifen sollten auch noch gut genug sein. Schneeketten sind natürlich an Board, wobei ich noch nie mit Schneeketten gefahren bin. Es kann also gar nichts schief gehen.

Die Fragen, die uns die kommenden Tage beschäftigen werden, lauten:

  1. Hält das Auto durch, insbesondere die Elektronik und der Akku?
  2. Halten wir durch?
  3. Wohin verschlägt es uns?
  4. Können wir tolle Fotos machen, von denen hoffentlich ein paar hier veröffentlicht werden können?

Das zentrale Programm ist spannend, aber was wir vorhaben, wird jetzt noch nicht verraten. Auch wenn wir eigentlich aus Hessen / Rheinland Pfalz starten, beginnt für mich die Reise in den Norden, wie immer in meiner Heimat Niedersachsen.

In Kürze mehr an dieser Stelle.

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