Vorschlag für eine sinnvolle Energiediskussion

Mich regen die vielen Diskussionen in den Medien auf, die an den Themen vorbei gehen und Problemstellungen nicht an der Wurzel packen. Zum Beispiel das Thema Deepfakes, wo immer über die bösen Möglichkeiten der KI gesprochen wird. Dabei ist die KI nur ein Werkzeug und nicht das eigentliche Problem. Aber das soll hier gar kein Thema sein.

Wir haben aktuell eine Energiekrise. Warum haben wir die, weil die aktuelle Bundesregierung, insbesondere unsere Gasministerin, Interessen verfolgt, die den Interessen der Nation und vor allem den zukünftigen Generationen diametral entgegenstehen. Fangen wir mit den Gasspeichern an. In der Ukrainekrise, die ja noch anhält, hat der viel gescholtene ehemalige Wirtschaftsminister dafür gesorgt, dass die Republik genügend Gas zur Verfügung hat. Die Betonung liegt auf genügend. Das heißt, im Herbst mussten die Gasspeicher voll sein. Dies hat die aktuelle Regierung wieder aufgeweicht und nun laufen die Speicher leer. Da kann man nur hoffen, dass der Winter bald vorbei ist. Ein Gasimport aus Russland verbietet sich selbstverständlich. Gleichzeitig sollen weitere Gaskraftwerke gebaut werden, die in den letzten Jahrzehnten abgebaut und nach China verschifft wurden. Das ist kompletter Irrsinn, genauso wie eine Diskussion um Atomkraftwerke.

Nun wird anhand hoher Spritpreise diskutiert, wie die „arme“ Bevölkerung entlastet werden kann. An alle, die diese Diskussion für sinnvoll halten sei gesagt, dass das Unsinn ist. Durch die CO2 Preise wird sich der Sprit in Zukunft ohnehin auf dieses Niveau erhöhen. Also gewöhnt euch schon mal daran. Dasselbe gilt für das „böse“ Heizungsgesetz. Dieses Gesetz wurde von bestimmten Medien bereits zerredet, bevor es überhaupt da war und leider war die alte Regierung nicht in der Lage das richtig darzustellen. Die aktuelle Regierung hat es dahingehend geändert, dass es technologieoffen ist. Allerdings haben sich die prinzipiellen Ziele gar nicht verändert und nur die Folgen (Kosten) für eine technologieoffene Lösung werden massiv steigen. Dagegen gibt es keinen Protest.

Was muss also wirklich getan werden? Erste Frage, haben wir zu wenig Energie? Ein bisschen vielleicht, aber insbesondere haben wir elektrische Energie zu ungünstigen Zeiten. Das kann man natürlich durch unsinnige Gaskraftwerke ausgleichen oder durch Batteriespeicher, die viel besser im Land verteilt werden können. Damit ließe sich der Überfluss an Wind- und Solarstrom speichern und entsprechend in Flautezeiten nutzen. Batteriespeicher sind, bezogen auf die zu speichernde Leistung, viel günstiger als neue Kraftwerke, schneller genehmigt, schneller aufgebaut und langfristig viel umweltfreundlicher. (Bitte jetzt keine Diskussion um Lithium oder Kobalt beginnen. Die hatten wir schon im Überfluss.) Zumindest könnten mit solchen Batteriespeichern einige Probleme des Netzes behoben werden.

Zweitens haben wir noch so viele Dachflächen in Deutschland auf denen Solarzellen montiert werden könnten. Das müsste vorangebracht werden, inkl. von Hausspeichern. Damit könnte der Solarertrag massiv gesteigert werden und vor allem würde der Strom dort produziert, wo er gebraucht wird. Na gut, zum Teil. Die armen Städter, die ihre Probleme gerne auf das Land abwälzen, müssten vielleicht ein bisschen tiefer in die Tasche greifen, um den Strom vom Land einzukaufen. Das fände ich zumindest eine faire Lösung. Dazu noch ein paar Windräder und alles ist fein. Damit hätten wir genug Strom, um sowohl die Mobilität, als auch die Hauswärme zu elektrifizieren. Über letzteres muss eigentlich nicht mehr viel gesagt werden, denn dass eine Wärmepumpe eine vollwertige und günstige Heizalternative ist, sollte inzwischen jedem klar sein, der nicht auf Heizungswartungen als Geschäftsmodell angewiesen ist.

Kommen wir zum Verkehr. Die meisten von denen die schon einmal ein Elektroauto gefahren sind, wissen, dass das Spaß macht. Nur die ewig Gestrigen, die ihr Verbrennergeräusch brauchen und ihre Umwelt mit Lärm beglücken, weil sie sonst nichts zu bieten haben, sind gegen Elektroautos. Warum ein Elektroauto besser ist, als ein Verbrenner, kann man in diesem Blog nachlesen. Kommen wir zu drei Problemen.

Erstens die geringe Reichweite. Ich erinnere mich noch an die Ausflüge in den 70er, 80er Jahren als wir Probleme hatten sonntags eine offene Tankstelle zu finden, weil unser VW 1600 auch nur etwas mehr als 300km Reichweite hatte. Da redet heute niemand mehr drüber. Aber natürlich kommt das Argument, dass Tanken viel schneller geht. Noch stimmt das, aber wenn ich an den Bericht von letztem Sonntag im Fernsehen denke, wo ein BYD mit 1MW geladen wurde, dann hat sich das Thema in 3 Jahren auch erledigt. Muss ein Auto aber schnell geladen werden? Nein, nur auf Langstrecke, also auf dem geringeren Teil der Fahrten.

Kommen wir zu Punkt zwei. Dieser Punkt geht direkt an die Politik. Die Politik hat die Möglichkeiten eine vernünftige Ladeinfrastruktur zu ermöglichen. Was brauchen wir? Wir brauchen eine Möglichkeit ein Fahrzeug zu parken und dieses über den Tag / die Nacht hinweg zu laden und zwar so, dass es keinen anderen Parkplatzsuchenden stört. Bei der Arbeit oder zuhause. Nun hat nicht jeder einen Stellplatz zu hause oder bei der Arbeit, sondern muss sein Auto an der Strasse parken. Hier ist die Politik, insbesondere die Kommunalpolitik gefordert. Diese könnte den regionalen Energieversorger dazu anhalten Bordsteinlader aufzubauen. Jeder ausgewiesene Parkplatz sollte mit einer Typ 2 Steckdose versehen werden, so dass dort ein Elektroauto geladen werden kann. Man könnte zum Beispiel mit Strecken beginnen, die ohnehin gerade aufgerissen werden. Übrigens ließe sich dabei auch gleich ein Leerrohr für Glasfaser verlegen, welches die Kommunen vermieten könnten. Das aber nur so nebenbei.

Kommen wir zu Punkt drei. Wir haben jetzt genügend elektrische Energie zur Verfügung und wir haben die Lademöglichkeiten. Bleibt noch das Elend mit dem Bezahlen. Auch hier ist die Politik gefragt. Denn wie wäre es, wenn die Stromkunden von ihrem Energieversorger eine Ladekarte erhalten würden, mit der sie dann bundesweit an den Bordsteinladern zu ihrem eigenen Haustarif das Auto laden könnten? Zuhause bezahlt man 30-35 €Cent für die Kilowattstunde Strom. Warum kann dieser Preis nicht bundesweit gelten? Ich fordere eine Bezahlkarte, die per Roaming in ganz Deutschland gilt und die mit dem eigenen Stromanschluss zuhause gekoppelt ist. Die Zusatzkosten für den Unterhalt der Dosen und die Abwicklung der Zahlungen kann von mir aus aufgeschlagen werden. Am Besten wäre allerdings eine steuerfinanzierte Lösung, denn die Elektromobilität ist für alle das Beste und Vandalismus ein gesellschaftliches Problem. Das Bezahlen von Schnelladern ist hiervon natürlich ausgeschlossen, denn dafür braucht es eine ganz andere Infrastruktur und man will ja auch den Komfort einer schnellen Reise genießen.

Diese Dinge sollten diskutiert werden. Das ist eine zukunftsfähige, umweltfreundliche und lösungsorientierte Diskussion. Eine Deckelung von Spritpreisen zu Lasten der ärmeren Bevölkerungsschicht ist keine Lösung, sondern Symptombekämpfung. Mit den obigen Vorschlägen kann eine konkrete Realisierung diskutiert werden. Zum Beispiel wie wird es bezahlt, welchen Zeitraum der Umsetzung stellen wir uns vor, wie muss das Roaming organisiert werden, …. Einfach mal ein Projekt aufsetzen mit klaren Zielen und unter Einbeziehung von allen Seiten. Auch von Verbrauchern, denn ich habe das Gefühl, dass die Politik nicht weiß was außerhalb ihres goldenen Käfigs los ist. Grüße gehen an die Altparteien. Das Ihr den Wähler nicht versteht zeigt mir, dass Ihr keine Ahnung vom Leben habt.

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