Woran haben Politiker ein Interesse?

Die Bundesregierung hat jetzt gerade beschlossen die Energiesteuer für Benzin und Diesel um 17 Cent zu senken. Was macht das für einen Sinn und was könnte man stattdessen tun?

Meiner Meinung nach führt die Senkung der Energiesteuer nur dazu, dass kurzfristig die Preise für Benzin und Diesel für eine kurze Zeit sinken, um anschließend wieder zu steigen, damit sich die Mineralölkonzerne noch mehr unter den Nagel reißen können. Warum die Bundesregierung so agiert, ist mir ein Rätsel, wobei, wenn man sich die Historie der Wirtschaftsministerin anschaut, kann man sich seinen Teil denken.

Was sollte man stattdessen tun? Die aktuelle Krise zeigt doch, dass wir uns unabhängig von Rohstoff- und Energielieferanten machen müssen. Das gelingt vor allem durch eine Elektrifizierung der Welt. Ein Beispiel dafür aus der Historie. Eine E-Lok macht keinen Dreck, ist stärker, schneller und wartungsfreundlicher als jede Dampflokomotive. In die heutige Zeit portiert: Ein E-Auto stößt keine schädlichen Gase aus, ist leiser und tendenziell billiger. Warum also wird so am Verbrenner festgehalten? Ich verstehe das nicht. Nun kann man sagen, dass für die E-Mobilität noch gewissen Dinge fehlen. Was also könnte die Regierung tun? Ein paar Rechenbeispiele:

Im Jahr 2024 wurden in Deutschland laut Statistischem Bundesamt ca. 60 Mrd. Liter Benzin und Diesel verbrannt (https://www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Steuern/_Grafik/_Interaktiv/verbrauchsteuern-benzin-dieselverbrauch.html. Das sind pro Tag ca. 165 Mio. Liter. Wenn der Preis für den Kraftstoff um einen Euro steigt, wie es in den letzten Wochen zumindest bei Diesel der Fall gewesen ist, dann zieht der Staat jeden Tag 31 Mio. € (165 * 0,19) mehr an Mehrwertsteuer ein.

Im Jahr 2024 wurden ca. 432 Mrd. Kilowattstunden Strom erzeugt (https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/03/PD25_091_43312.html). Das macht 1,2 Mrd. Kilowattstunden pro Tag. Das bedeutet, dass man mit den mehr Mehrwertsteuereinnahmen der erhöhten Spritpreise den Preis für eine Kilowattstunde Strom um ca. 3 Cent senken könnte (die Netzentgelte). Wenn man das tun würde, käme das Allen zu Gute und nicht nur einer bestimmten Bevölkerungsgruppe. Wärmepumpen und die E-Mobilität würden attraktiver werden.

Stattdessen senkt der Staat die Energiesteuer und verzichtet auf Geld. Wo kommt das Geld her? Es kommt von den Arbeitnehmern, also denjenigen die Steuern bezahlen. Wem kommt es zu Gute? Den Unternehmen die noch nicht auf E-Mobile umgestellt haben. Es handelt sich also mal wieder um eine Umverteilung von Unten nach Oben. Gleichzeitig wird den Menschen signalisiert, dass man immer so weiter machen kann. Die Folgen sind Unsicherheiten in der Industrie, eine weitere Zerstörung der Umwelt für die zukünftigen Generationen, Befeuerung des Klimawandels, dessen Folgen immer teurer werden und vor allem das Abhängen der Deutschen Wirtschaft im internationalen Vergleich. Ich kann diese Art der Politik nicht nachvollziehen.

Die Politik sollte die Chance nutzen und in die Zukunft investieren. Es fehlt weiterhin an einfachen Ladepunkten an Parkbuchten und Schnellladern für LKW. Außerdem muss das Bezahlen an den Ladesäulen einfacher werden. Zum Benzin bezahlen brauche ich auch keine spezielle Aral oder Shell Karte und wenn ich die nicht habe kostet der Liter noch mehr. An diesen Punkten muss die Politik dringend etwas tun.

Außerdem brauchen wir Batteriegroßspeicher und keine Phantastereien einer Ministerin und eines Ministerpräsidenten. Wir müssen unabhängig werden, was wir nicht durch den Bau von Gaskraftwerken schaffen, es gibt keine kleinen Atomkraftwerke und ich möchte auch diejenigen sehen, die ein solches im Nachbarhaus sehen wollen. Ganz abgesehen von der ungelösten Endlagerfrage (und woher kommt eigentlich das Uran?). Auch wird es keine Fusionsreaktoren auf absehbare Zeit geben. Dazu noch ein Hinweis. Ein Fusionsreaktor ist ein Neutronenstrahler, noch stärker als ein Atomkraftwerk. Ich möchte nicht daneben wohnen. Das Problem scheint mir zu sein, dass die Entscheider so alt sind, dass sie die Probleme nicht mehr selber erleben. Ich persönlich finde das sehr egoistisch.

Kommen wir zur Ausgangsfrage, warum Politiker so agieren? Ich weiß es nicht. Ich kenne nicht deren Gedanken und Beweggründe. Sind sie so dumm, so korrupt oder bezahlt? Ich hoffe in ihrem Interesse, dass sie einfach nur dumm sind.

Keine Angst vor Akkuverlust

Ich bin mit meinem Fahrzeug inzwischen in bald 9 Jahren über 300.000km gefahren. Das ist kein Rekord, außer für mich persönlich. Bei den alten Verbrennern habe ich zugesehen, dass das Fahrzeug spätestens nach 140.000km wieder los geworden bin. Nun habe ich überhaupt keine Sorgen. Selbst das Fahrwerk hält noch gut durch. Der Akku hat noch eine Kapazität von 88%. Die einzige Auswirkung ist, dass das Aufladen inzwischen ein gutes Stück länger dauert. Ich gehe davon aus, dass ich noch viele weitere Kilometer und damit Jahre mit dem Akku fahren kann. Durch die erhöhte Dichte an Ladestationen habe ich mein Fahrverhalten etwas ändern können und fahre jetzt eher mehr kurze Abschnitte, als einen Abschnitt mit langer Ladezeit. Das hängt natürlich vom Hunger zwischendurch ab, denn ich genieße es noch länger zum Aufladen zu brauchen, denn ich plane entsprechend meine Essenszeiten dafür. Mein Fazit lautet also, keine Angst vor schwächelnden Autoakkus. In der Regel hält der Akku länger als das Auto selbst.

Fazit der Reise zum Weihnachtsmann

Zunächst muss ich feststellen, dass das Ziel, nämlich das Auto bei extremen Minustemperaturen zu testen, nicht geklappt hat. Das niedrigste waren -10°C und auch nicht lange. Des weiteren konnte ich eine Menge Erfahrungen sammeln:

  1. Auf Schnee und Eis oder auch im Schneematsch mit dem Tesla zu fahren, ist gar kein Problem. Man braucht weder Spikes noch Schneeketten. Man braucht nur die richtigen Winterreifen und sollte morgens zum Aufwärmen des Akkus eine Steckdose haben. Ich finde die Rekuperationsbremse sehr angenehm und wichtig.
  2. Die winterlichen Strassenverhältnisse in Skandinavien sind eher besser als in Deutschland.
  3. Niemals mit neuer Frontscheibe im Winter in Skandinavien Auto fahren. Nach so einer Reise braucht man eine Scheibenreparatur oder eine neue Scheibe.
  4. Übernachten in der Kälte (Eishotel) ist auch kein Problem.
  5. Kurzfristig eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden ist im Winter gut möglich, aber man muss ggf. etwas abseits fahren. In der touristischen Saison dürfte es schwieriger sein.
  6. Es haben wenige Campingplätze auf und auf den Zeltbereichen ist der Schnee gestapelt. Also kein Winterzelten. Ohnehin wird man von den Campingplatzbesitzern für Spinner gehalten, wenn man bei der Kälte zelten (oder eisbaden) möchte.
  7. Um sicher Nordlichter sehen zu können, muss man weiter nördlich sein und sich einige Tage an einem Ort aufhalten, an dem wenig Lichtverschmutzung ist.
  8. Mit dem Eisbrecher fahren ist ganz nett, aber ganz anders, als ich mir das vorher vorgestellt habe. Aber wenn man drüber nachdenkt, wie weit kann man mit einem Schiff in einer Stunde im Eis kommen? Das ist nicht zu vergleichen mit einem Walbeobachtungsboot.
  9. Hundeschlitten fahren ist in der Gruppe (die Hunde kennen den Weg) einfach und macht Spaß.
  10. Mit Schneeschuhen wandern ist anstrengend und die Schuhe sollten die richtige Größe haben. Aber es macht auch Spaß, wenn man keine Fotoausrüstung mitschleppt. Zudem braucht man ein Messer, um ab und zu den Schnee / das Eis von den Schuhe zu entfernen.
  11. Eisfischen bringt mir nichts.
  12. Schwedische Städte sind Industriestädte und meiner Meinung nach nicht besonders hübsch.
  13. Die Landschaft in Schweden ist schön, aber auch langweilig. Mein Favorit bleibt da Norwegen.

Alles in allem eine schöne, interessante und aufregende Abenteuerreise. Leider mit wenigen Bildern. Naja, für das übliche Fotobuch wird es reichen. Ich habe ja auch noch ein paar Videos. Nach 6500km kann ich sagen, dass das Auto sehr gut für winterliche Verhältnisse geeignet ist. Allerdings würde ich ein Model X bevorzugen, denn das ist für skandinavische Verhältnisse, auf Grund der größeren Bodenfreiheit, einfach besser geeignet. Interessant war auch die Aussage einer Dame, dass der Tesla das einzige Elektroauto ist, dass mit echten Winterverhältnissen (sehr niedrige Temperaturen) zurechtkommt. Die Fahrzeuge anderer Hersteller (zum Beispiel VW) schalten einfach ab. Nun kann ich meine ungenutzten Schneeketten wieder verkaufen.

So lange Strecken mit dem Auto zu fahren ist nicht jedermanns Sache. Wenn man aber fliegt und flexibel sein will, ist man entweder auf teure Taxis oder einen Mietwagen angewiesen. Das braucht weniger Zeit, ist aber teurer. Allerdings sollte man den Fahrzeugverschleiß und eventuelle Reparaturen nicht aus dem Auge lassen. Das Optimum wäre für mich ein elektrischer Camper, aber bitte nicht auf Campingplätzen. Im Winter ist es allerdings nicht möglich, wirklich außerhalb der Zivilisation zu campieren. Dafür ist der Schnee einfach zu hoch gewesen. Das geht dann nur mit einem echten Offroadtruck.

Noch eine Erkenntnis: Der Handyempfang ist in Schweden nicht so gut wie in Norwegen. Dafür sind die WLANs in den Unterkünften besser.

Man braucht sehr wenig mitzunehmen, da man in vielen Unterkünften auch eine Waschmaschine zur Verfügung hat oder zumindest die Sachen waschen und trocknen kann. Ich hatte viel zu viel mit. Ich empfehle Bettlaken, Kopfkissen und Schlafsack mitzubringen. Die Betten sind ok, aber so ist es praktischer und angenehmer. Meine Meinung.

Der Schnee ist weg

Letzte Nacht haben wir in einem Wanderheim geschlafen. Wie gut, dass wir in dem Haus die einzigen Gäste waren. Wenn da die ganze Nacht Leben gewesen wäre, schrecklich. Also werde ich auch nie den Jakobsweg laufen. So hatte ich aber eine tolle Nacht und war endlich mal wieder ausgeschlafen. Nach nicht ganz 30km ging es als aller erstes in die Waschanlage. Anschließend war die Lenkung weitestgehend wieder wie gewohnt und ist während der weiteren Fahrt auch noch besser geworden. Ich werde das trotzdem mal prüfen lassen. Vielleicht sind auch noch die Luftfilter der Akkuklimatisierung dicht. Ich habe da mal einen Erfahrungsbericht bekommen nach der Fahrt auf solchen Strassen. Ich meine, die wäre auch in Schweden gewesen.

Den weiteren Tag haben wir uns weiter Richtung Dänemark durchgeschlagen. Ab dem Nachmittag ist dann endlich auch die Sonne rausgekommen. Nachdem der letzte Tages-Charger absehbar war, habe ich wieder bei airbnb eine Unterkunft gesucht und eine tolle gefunden. Die 30km dahin, bin ich allerdings wieder recht langsam gefahren. Der Strassenverlauf war kaum zu erkennen und wer weiß welche Tiere so unterwegs sind. Schließlich ist eine Katze über die Strasse gelaufen. Keine Wildkatze, sondern ein roter Kater (rote Katzen sind eigentlich immer Kater). Apropos Tiere. Wir haben heute eine Menge Rehe gesehen. Aber wieder keine Elche. Da wir morgens eher spät unterwegs sind, wird es wohl morgen, am letzten Tag in Schweden, auch nichts mehr werden.

Vom Schnee ist kaum noch etwas übrig. Alleine der Unterschied nach Rovaniemi und am nächsten Tag wieder zurück, war enorm. bestimmt 30cm weniger Schneehöhe, wobei das hauptsächlich daran liegt, dass der Schnee zusammengesunken ist.

Rückreisetag

Den Rückreisetag sind wir nur noch durchgefahren. Die Strecke ist hinreichend bekannt und bietet keine aufregenden Neuigkeiten. Zudem war das Wetter gut. Diesmal sind wir mit der Fähre nach Fehmarn gefahren. Das war es dann also. Bleibt nur noch das Fazit zu ziehen.

Die Jagd nach dem Elch

Angeblich gibt es in Schweden hinter jedem Baum einen Elch. Nur gesehen haben wir keinen. Heute sind wir bei Schneefall gestartet. Die Strecke war an sich gar nicht schlecht zu befahren. Festgefahrener Schnee. Auf der Strasse war nichts los und die Landschaft herrlich winterlich. Beste Voraussetzungen also, um einen Elch zu sehen. Anscheinend waren wir aber zu spät dran, denn es lies sich keiner blicken.

Mehr als 80km/h waren nicht erlaubt. Wegen der Elche sind wir aber langsamer gefahren.

Wie auch schon bei der Herfahrt, wollte ich keine Maut um Stockholm herum bezahlen. Also habe ich mitten im Land einen Charger ausgesucht. Das war keine gute Entscheidung. Nicht, dass die Landschaft nicht schön gewesen ist. Es handelte sich allerdings um Schotterpisten. Dementsprechend musste das Auto leiden und es sieht wieder aus wie sau. Ein Grund dafür, dass wir kaum Kilometer machen konnten, denn die Durchschnittsgeschwindigkeit lag unter 50km/h. Deshalb ist das nächste Ziel eine Autowaschanlage. Ich habe nämlich Probleme mit der Lenkung bekommen. Die ist auf einmal schwergängig geworden. Ich vermute, dass da irgendwo Dreck ist. Wenn die Wäsche nichts hilft, muss das Auto in die Werkstatt.

Da sich uns die Elche auch nicht zeigen, gibt es eigentlich keinen Grund mehr hier zu bleiben. Das Wetter ist unschön und die Alternative, die wir ggf. in Norwegen noch besuchen wollten, hat erstens kein Zimmer frei und außerdem eher schlechte Kommentare. Ich hebe mir das mal für eine Reise mit meinem Sohn auf, falls wir da ohnehin vorbeikommen sollten. Also morgen Fahrt Richtung Zivilisation.

Beim Weihnachtsmann

Heute haben wir den Weihnachtsmann in seinem Dorf besucht. Natürlich ist da alles auf Kommerz ausgelegt. Ich fand es trotzdem schön und ich hatte ein längeres Gespräch mit dem Weihnachtsmann. Mitten durch das Weihnachtsmanndorf verläuft der nördliche Polarkreis. Anscheinend haben besonders die Deutschen Bedarf am Weihnachtsmann, denn man hat überall Deutsch gehört.

Der nördliche Polarkreis durch das Weihnachtsmanndorf.

Nach dem Shoppen von weiteren Mitbringseln sind wir den restlichen Tag nur noch gefahren. Anstelle von booking versuchen wir mal airbnb. Unser Ziel war heute damit ein Gästehaus in Grannäs. Das liegt etwa 50km von der E4 entfernt. Mitten in der Nacht bei Fusselregen über schneebedeckte Strassen zu fahren ist sehr anstrengend und nervenaufreibend. Wir haben es aber trotzdem gut geschafft und haben genügend Schlafstätten zur Auswahl. Allerdings musste ich lernen, dass airbnb nichts mit B&B zu tun hat. Demnach waren die Betten nicht gemacht und wir haben unsere eigenen Schlafutensilien verwendet. Macht nichts. Hauptsache warm und nicht so teuer. Frühstück gibt es natürlich auch nicht. Mal schauen, wo wir morgen unterkommen. Wir wollen die Hauptstrecke verlassen. Also werden wir morgen außer fahren wohl nichts anderes tun.

Finnland

Den heutigen Tag kann man mit fahren, fahren, fahren umschreiben. Die Geschwindigkeit ist gute 30km/h geringer, als in Schweden. Deshalb kommt man nicht wirklich schnell voran. Zudem wurde mal wieder das Wetter unbeständiger und es hat angefangen zu regnen. Und das bei 0 Grad Celsius. Zum Fahren kein Problem, solange man nicht bremsen muss. Der Charger von Rovaniemi ist mitten in der Stadt, direkt neben einem Einkaufszentrum. Dort habe ich schon mal die Souveniers mitgenommen, auch wenn wir noch nicht beim Weihnachtsmann waren. Durch die lange Fahrt und die Zeitumstellung, waren wir etwas spät dran. Lieber morgen in Ruhe zum Weihnachtsmann aufbrechen. Ziel 10:00. Auf der Rückfahrt machen wir ja wieder eine Stunde gut.

Heute mussten wir unser Ersatziglu in Ranua ansteuern. 85km von Rovaniemi entfernt. Eine lange Fahrt durch Wälder und extrem wenig Verkehr. Durch die Gewöhnung an die Strassenverhältnisse in Schweden, waren die 80km/h kein Problem. Wie bereits gesagt, nur Bremsen sollte man nicht müssen. Elche gab es mal wieder nicht zu sehen, obwohl es schon recht dämmerig war. Einen Unterschied gibt es zu Schweden. In Schweden stand ab und zu ein Hinweis: Achtung Elche auf den nächsten 300-900m. In Finnland steht auf dem Schild; Elche die nächsten 16km.

Nun liegen wir in einem Glasiglu. Im Grunde ein immobiler Wohnwagen in Tipi Form und mit viel Glas. Wir hatten uns das etwas großzügiger vorgestellt. Für die Sauna hatten wir eine Stunde Zeit und wir waren die Ersten. Das war sehr angenehm. Wir warten auf die Nordlichter. Theoretisch super zu sehen, weil sehr aktiv, wenn keine Wolken da wären. Wir hoffen auf Mitternacht bis ein Uhr. Der Tipp war, nördlich von Rovaniemi zu schauen, aber der Aufwand ist viel zu hoch. Da hätten wir auf das Iglu verzichten und gleich nördlich schauen können.

Ich würde anstelle Iglu eher das Wort Tipi verwenden.

Wir haben jetzt 3600km hinter uns. Ab morgen geht es zurück Richtung Heimat. Natürlich nicht ohne den Weihnachtsmann besucht zu haben.

Der Tag an dem alles fast schief ging

Heute sind wir wieder nach Luleå zurückgefahren. Unser Taxis sollte uns um 10:15 abholen. Leider kam kein Taxi. Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass irgendjemand die Zeit als PM aufgeschrieben hat. Nachdem das geklärt war, kam dann doch noch ein Taxi. Witziger weise war es dasselbe Taxi, dass schon einmal zur richtigen Zeit gehalten hatte, aber meinte, es sei busy. Gut, wir haben unseren Zug erwischt. Diesmal gab es keinen Elch zu sehen und die Fahrt zog sich entsprechend langweilig dahin.

Die Stahlarbeiter von Kiruna

In Luleå sind wir dann zum Parkhaus gelaufen. Das Auto hatte kaum Ladung verloren und wartete auf uns. Ich wollte dann das Parken bezahlen, aber etwas war komisch. Das Kennzeichen wurde ja bei der Einfahrt gescannt und ich ging davon aus, dass man zum Ausfahren sein Kennzeichen eingibt und bezahlt. Beispielsweise funktioniert das Bahnhofparkhaus in Hannover so. Hier war es aber anders. Man hätte vorher für x Tage ein Ticket bezahlen müssen. Nun stand ich also an dem Automaten und konnte kein Kennzeichen eingeben. Ich habe dann erst einmal für eine Stunde bezahlt. Als wir dann losfahren wollten, fiel mir ein Zettel unter dem Scheibenwischer auf. Der wohl besagt, dass wir unbezahlt geparkt haben und nun sollen wir eine Strafe bezahlen. Ich muss dazu anrufen, aber das geht erst am Montag wieder. Mal schauen was daraus wird. Bei den 4 Tagen, wird das auch nicht viel teuerer werden, als wenn wir die im Voraus bezahlt hätten.

Vom Parkhaus fuhren wir wenige 100 Meter weiter zum Hotel. Aber wie in die Garage kommen? Also erst einmal auf den Kurzzeitparker gestellt und im Hotel nachgefragt. Natürlich war gar kein Parkplatz reserviert, aber ich habe doch noch einen bekommen. Dazu gab es eine spezielle Karte, um das Garagentor öffnen zu können. Ohne Beifahrer wäre das echt umständlich geworden. Dafür ist der Parkplatz für 20€ recht großzügig. Also Gepäck ausladen und zum Zimmer 272. Wir haben den nächsten Ausgang genommen und den nächsten Fahrstuhl. Da stand nur nichts von Zimmernummer 2xx. Ich hatte verstanden, dass wir in den 9ten Stock sollten. Also erst einmal dort hingefahren. Die Nummerierung war insgesamt schon seltsam. Die Garage war die 1 und das Erdgeschoss die 3. Dann mussten wir noch einmal den Aufzug wechseln und kamen an der SkyBar heraus. Der Barkeeper hat sich gewundert, wie wir dort hingekommen waren, hat uns aber netterweise den richtigen Weg zur Lobby gezeigt. Dort angekommen habe ich noch einmal nachgefragt. Es stellte sich heraus, dass das Zimmer im Keller ist, ohne Fenster. Wer lesen kann, hätte das vorher wissen können. Na gut, wie werden es überleben und haben keine Lust noch mehr Geld auszugeben.

Nach einem kurzen Spaziergang durch die Innenstadt gingen wir zum Inder essen und ich prüfte meine Mails. Da war eine seltsame Mail von unserem nächsten Hotel. Anscheinend war etwas bei meiner Umbuchung schief gelaufen. Nun hat uns unser ursprünglicher Wirt eine Alternative besorgt und ich bezahle 300€ weniger. Insgesamt bezahle ich trotzdem noch zu viel, habe ich den Eindruck. Der Rest wird sich dann morgen klären. Hauptsache die Übernachtung klappt. Also morgen ausgiebig Frühstücken und dann gemütlich nach Rovaniemi fahren. 2 Ladestops und ca. 350km. Nur kein Stress mehr. Danach werden wir versuchen Alternativen zu Booking.com zu nutzen. Langsam geht mir der Laden auf den Keks.

Die Highlights der Tour

Heute früh wurden wir abgeholt und an den Kalpaalusjärvi, einem kleinen See gefahren. Dort wurden wir von vielen Hunden der Kiruna Husky begrüßt. Die wenigsten waren Huskies. Dazu aber später mehr. Für uns stand zunächst die Schneeschuhwanderung an. Los ging es über den See und in einem Bogen Richtung Wald. Ich musste einige Dinge lernen.

  • Schneeschuhe die für ein 65kg Mädel ausreichen, reichen für 95kg (mit Fotoausrüstung) nicht so gut aus.
  • Wenn man erstmal bis zum Oberschenkel eingesunken ist, ist es schwer wieder herauszufinden. Immerhin hat die Kamera nichts abbekommen. Einmal musste ich mich meines Gepäcks entledigen und bäuchlings versuchen wieder Stand zu bekommen.
  • Es ist anstrengender als gedacht.

Im Wald haben wir Birkenrinde und trockene Kiefernäste gesammelt. Schnell ein kleines Feuer gemacht und Marshmallows gegrillt. Gut, ich habe auf die verzichtet. Die sind nicht so mein Fall. Der Rückweg war dann nicht mehr ganz so anstrengend, denn wir sind in unserer Spur zurückgelaufen.

Unser kleines Feuer im Schnee. Außer Birkenrinde und einen Streichholz braucht man nichts.

Auf dem See haben wir dann ein paar Löcher in den See gebohrt und eine Angelschnur mit künstlicher Made langsam hinabgesenkt, Leider hatten wir kein Glück. Die Fische hätten wir ohnehin wieder zurückgeworfen. So dass wir ihnen den Stress ersparen konnten.

Eine Minute lang ein Loch bohren kann ganz schön anstrengend sein.

Anschließend gab es im Tipi Mittagessen. Eigentlich folgte nun eine eher unsinnige Aktion, denn wir sind für einen 5 Stundenbreak wieder ins Hotel zurückgefahren worden.

Abends folgte das nächste Highlight, die Schlittenhundefahrt. Hierzu wurden wir wieder vom Hotel abgeholt und zu Kiruna Husky gefahren. Eigentlich mag ich ja keine Hunde, aber die sind echt toll. Jeweils 5 Hunde haben einen Schlitten gezogen. Der Schlitten wurde von einer Person gesteuert, während ein Passagier im Schlitten saß / lag. Eigentlich hätte nach der Hälfte Fahrerwechsel sein sollen, aber Madame wollte nicht. Mir hat das richtig Spaß gemacht. Zudem konnten wir gegen Ende noch Polarlichter erahnen. Leider konnte ich da keine Fotos machen. Somit war das nix, aber gesehen haben wir sie. Ich schätze sie hatten Stärke 2 und waren daher eher als helle Streifen zu sehen und nicht so deutlich mit den Farben. Nach einem Heißgetränk ging ein schöner Tag zuende.

Die Hunde haben unterschiedliche Charakter, die man passend zusammenstellen muss. Man muss sie auch ein wenig motivieren, um zu laufen. Allerdings war unsere Gruppe so gut, dass ich dauernd auf der Bremse stehen musste, um nicht auf die vor uns fahrenden Chinesinnen aufzulaufen.

Den einzigen Kritikpunkt, den ich hier anbringen möchte ist der, dass wir zwar Polarlichter sehen konnten, aber keine Gelegenheit, um sie zu genießen oder Fotos zu machen. Also eine Schlittenhundefahrt mit Nordlicht anzupreisen ist da nicht ganz passend.

Die Nacht war gefühlt gar nicht so kalt

Schlafen bei -6 Grad in einem entsprechenden Schlafsack auf Rentierfell und Matratze habe ich nicht als kalt empfunden. Andere aber anscheinend schon. Einige hatten sich wohl in die warme Lobby verzogen, um dort zu schlafen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück sind wir dann in die alte samische Museumssiedlung gegangen. Natürlich waren wir viel zu früh, aber das Tor stand offen und wir konnten schon einmal ein paar schöne Fotos machen. Später waren wir auch noch zu den normalen Öffnungszeiten im Shop. Die Samen haben ihr Leben früher zu 100% an den Rentieren orientiert, aber heute sind es natürlich nicht mehr so viele. Die meisten arbeiten heute in der Mine (ca. 50% laut unserem Guide) und anderen „normalen“ Berufen.

So sieht ein Tipi der Samen von innen aus.

Die Rentiere tragen ihre Geweihe unterschiedlich lang. Die Männchen werfen ihres nach der Paarungszeit im Herbst ab. Die Weibchen müssen aber noch die Jungen beschützen können und werfen ihres erst im Frühjahr ab Quelle MDR.

Mittags wurden wir zum Hotel nach Kiruna gefahren. Dort konnten wir uns etwas umschauen. Allerdings gibt das neue Zentrum nicht viel her. Eine große Bibliothek und ein paar kleine Shops. Das alte Zentrum ist einiges entfernt und zu Fuß ein bisschen weit. Deshalb haben wir darauf verzichtet. Wir sind stattdessen in der Gegend geblieben, wo der ursprüngliche Erzabbau stattfand.

Blick aus dem Hotelzimmer. Der Turm ist vom alten Rathaus zum neuen Rathaus umgezogen. Die Strasse führt in Richtung des alten Zentrums. Im Hintergrund ist die aktuelle Mine zu sehen.