Finnland

Den heutigen Tag kann man mit fahren, fahren, fahren umschreiben. Die Geschwindigkeit ist gute 30km/h geringer, als in Schweden. Deshalb kommt man nicht wirklich schnell voran. Zudem wurde mal wieder das Wetter unbeständiger und es hat angefangen zu regnen. Und das bei 0 Grad Celsius. Zum Fahren kein Problem, solange man nicht bremsen muss. Der Charger von Rovaniemi ist mitten in der Stadt, direkt neben einem Einkaufszentrum. Dort habe ich schon mal die Souveniers mitgenommen, auch wenn wir noch nicht beim Weihnachtsmann waren. Durch die lange Fahrt und die Zeitumstellung, waren wir etwas spät dran. Lieber morgen in Ruhe zum Weihnachtsmann aufbrechen. Ziel 10:00. Auf der Rückfahrt machen wir ja wieder eine Stunde gut.

Heute mussten wir unser Ersatziglu in Ranua ansteuern. 85km von Rovaniemi entfernt. Eine lange Fahrt durch Wälder und extrem wenig Verkehr. Durch die Gewöhnung an die Strassenverhältnisse in Schweden, waren die 80km/h kein Problem. Wie bereits gesagt, nur Bremsen sollte man nicht müssen. Elche gab es mal wieder nicht zu sehen, obwohl es schon recht dämmerig war. Einen Unterschied gibt es zu Schweden. In Schweden stand ab und zu ein Hinweis: Achtung Elche auf den nächsten 300-900m. In Finnland steht auf dem Schild; Elche die nächsten 16km.

Nun liegen wir in einem Glasiglu. Im Grunde ein immobiler Wohnwagen in Tipi Form und mit viel Glas. Wir hatten uns das etwas großzügiger vorgestellt. Für die Sauna hatten wir eine Stunde Zeit und wir waren die Ersten. Das war sehr angenehm. Wir warten auf die Nordlichter. Theoretisch super zu sehen, weil sehr aktiv, wenn keine Wolken da wären. Wir hoffen auf Mitternacht bis ein Uhr. Der Tipp war, nördlich von Rovaniemi zu schauen, aber der Aufwand ist viel zu hoch. Da hätten wir auf das Iglu verzichten und gleich nördlich schauen können.

Ich würde anstelle Iglu eher das Wort Tipi verwenden.

Wir haben jetzt 3600km hinter uns. Ab morgen geht es zurück Richtung Heimat. Natürlich nicht ohne den Weihnachtsmann besucht zu haben.

Der Tag an dem alles fast schief ging

Heute sind wir wieder nach Luleå zurückgefahren. Unser Taxis sollte uns um 10:15 abholen. Leider kam kein Taxi. Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass irgendjemand die Zeit als PM aufgeschrieben hat. Nachdem das geklärt war, kam dann doch noch ein Taxi. Witziger weise war es dasselbe Taxi, dass schon einmal zur richtigen Zeit gehalten hatte, aber meinte, es sei busy. Gut, wir haben unseren Zug erwischt. Diesmal gab es keinen Elch zu sehen und die Fahrt zog sich entsprechend langweilig dahin.

Die Stahlarbeiter von Kiruna

In Luleå sind wir dann zum Parkhaus gelaufen. Das Auto hatte kaum Ladung verloren und wartete auf uns. Ich wollte dann das Parken bezahlen, aber etwas war komisch. Das Kennzeichen wurde ja bei der Einfahrt gescannt und ich ging davon aus, dass man zum Ausfahren sein Kennzeichen eingibt und bezahlt. Beispielsweise funktioniert das Bahnhofparkhaus in Hannover so. Hier war es aber anders. Man hätte vorher für x Tage ein Ticket bezahlen müssen. Nun stand ich also an dem Automaten und konnte kein Kennzeichen eingeben. Ich habe dann erst einmal für eine Stunde bezahlt. Als wir dann losfahren wollten, fiel mir ein Zettel unter dem Scheibenwischer auf. Der wohl besagt, dass wir unbezahlt geparkt haben und nun sollen wir eine Strafe bezahlen. Ich muss dazu anrufen, aber das geht erst am Montag wieder. Mal schauen was daraus wird. Bei den 4 Tagen, wird das auch nicht viel teuerer werden, als wenn wir die im Voraus bezahlt hätten.

Vom Parkhaus fuhren wir wenige 100 Meter weiter zum Hotel. Aber wie in die Garage kommen? Also erst einmal auf den Kurzzeitparker gestellt und im Hotel nachgefragt. Natürlich war gar kein Parkplatz reserviert, aber ich habe doch noch einen bekommen. Dazu gab es eine spezielle Karte, um das Garagentor öffnen zu können. Ohne Beifahrer wäre das echt umständlich geworden. Dafür ist der Parkplatz für 20€ recht großzügig. Also Gepäck ausladen und zum Zimmer 272. Wir haben den nächsten Ausgang genommen und den nächsten Fahrstuhl. Da stand nur nichts von Zimmernummer 2xx. Ich hatte verstanden, dass wir in den 9ten Stock sollten. Also erst einmal dort hingefahren. Die Nummerierung war insgesamt schon seltsam. Die Garage war die 1 und das Erdgeschoss die 3. Dann mussten wir noch einmal den Aufzug wechseln und kamen an der SkyBar heraus. Der Barkeeper hat sich gewundert, wie wir dort hingekommen waren, hat uns aber netterweise den richtigen Weg zur Lobby gezeigt. Dort angekommen habe ich noch einmal nachgefragt. Es stellte sich heraus, dass das Zimmer im Keller ist, ohne Fenster. Wer lesen kann, hätte das vorher wissen können. Na gut, wie werden es überleben und haben keine Lust noch mehr Geld auszugeben.

Nach einem kurzen Spaziergang durch die Innenstadt gingen wir zum Inder essen und ich prüfte meine Mails. Da war eine seltsame Mail von unserem nächsten Hotel. Anscheinend war etwas bei meiner Umbuchung schief gelaufen. Nun hat uns unser ursprünglicher Wirt eine Alternative besorgt und ich bezahle 300€ weniger. Insgesamt bezahle ich trotzdem noch zu viel, habe ich den Eindruck. Der Rest wird sich dann morgen klären. Hauptsache die Übernachtung klappt. Also morgen ausgiebig Frühstücken und dann gemütlich nach Rovaniemi fahren. 2 Ladestops und ca. 350km. Nur kein Stress mehr. Danach werden wir versuchen Alternativen zu Booking.com zu nutzen. Langsam geht mir der Laden auf den Keks.

Die Highlights der Tour

Heute früh wurden wir abgeholt und an den Kalpaalusjärvi, einem kleinen See gefahren. Dort wurden wir von vielen Hunden der Kiruna Husky begrüßt. Die wenigsten waren Huskies. Dazu aber später mehr. Für uns stand zunächst die Schneeschuhwanderung an. Los ging es über den See und in einem Bogen Richtung Wald. Ich musste einige Dinge lernen.

  • Schneeschuhe die für ein 65kg Mädel ausreichen, reichen für 95kg (mit Fotoausrüstung) nicht so gut aus.
  • Wenn man erstmal bis zum Oberschenkel eingesunken ist, ist es schwer wieder herauszufinden. Immerhin hat die Kamera nichts abbekommen. Einmal musste ich mich meines Gepäcks entledigen und bäuchlings versuchen wieder Stand zu bekommen.
  • Es ist anstrengender als gedacht.

Im Wald haben wir Birkenrinde und trockene Kiefernäste gesammelt. Schnell ein kleines Feuer gemacht und Marshmallows gegrillt. Gut, ich habe auf die verzichtet. Die sind nicht so mein Fall. Der Rückweg war dann nicht mehr ganz so anstrengend, denn wir sind in unserer Spur zurückgelaufen.

Unser kleines Feuer im Schnee. Außer Birkenrinde und einen Streichholz braucht man nichts.

Auf dem See haben wir dann ein paar Löcher in den See gebohrt und eine Angelschnur mit künstlicher Made langsam hinabgesenkt, Leider hatten wir kein Glück. Die Fische hätten wir ohnehin wieder zurückgeworfen. So dass wir ihnen den Stress ersparen konnten.

Eine Minute lang ein Loch bohren kann ganz schön anstrengend sein.

Anschließend gab es im Tipi Mittagessen. Eigentlich folgte nun eine eher unsinnige Aktion, denn wir sind für einen 5 Stundenbreak wieder ins Hotel zurückgefahren worden.

Abends folgte das nächste Highlight, die Schlittenhundefahrt. Hierzu wurden wir wieder vom Hotel abgeholt und zu Kiruna Husky gefahren. Eigentlich mag ich ja keine Hunde, aber die sind echt toll. Jeweils 5 Hunde haben einen Schlitten gezogen. Der Schlitten wurde von einer Person gesteuert, während ein Passagier im Schlitten saß / lag. Eigentlich hätte nach der Hälfte Fahrerwechsel sein sollen, aber Madame wollte nicht. Mir hat das richtig Spaß gemacht. Zudem konnten wir gegen Ende noch Polarlichter erahnen. Leider konnte ich da keine Fotos machen. Somit war das nix, aber gesehen haben wir sie. Ich schätze sie hatten Stärke 2 und waren daher eher als helle Streifen zu sehen und nicht so deutlich mit den Farben. Nach einem Heißgetränk ging ein schöner Tag zuende.

Die Hunde haben unterschiedliche Charakter, die man passend zusammenstellen muss. Man muss sie auch ein wenig motivieren, um zu laufen. Allerdings war unsere Gruppe so gut, dass ich dauernd auf der Bremse stehen musste, um nicht auf die vor uns fahrenden Chinesinnen aufzulaufen.

Den einzigen Kritikpunkt, den ich hier anbringen möchte ist der, dass wir zwar Polarlichter sehen konnten, aber keine Gelegenheit, um sie zu genießen oder Fotos zu machen. Also eine Schlittenhundefahrt mit Nordlicht anzupreisen ist da nicht ganz passend.

Die Nacht war gefühlt gar nicht so kalt

Schlafen bei -6 Grad in einem entsprechenden Schlafsack auf Rentierfell und Matratze habe ich nicht als kalt empfunden. Andere aber anscheinend schon. Einige hatten sich wohl in die warme Lobby verzogen, um dort zu schlafen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück sind wir dann in die alte samische Museumssiedlung gegangen. Natürlich waren wir viel zu früh, aber das Tor stand offen und wir konnten schon einmal ein paar schöne Fotos machen. Später waren wir auch noch zu den normalen Öffnungszeiten im Shop. Die Samen haben ihr Leben früher zu 100% an den Rentieren orientiert, aber heute sind es natürlich nicht mehr so viele. Die meisten arbeiten heute in der Mine (ca. 50% laut unserem Guide) und anderen „normalen“ Berufen.

So sieht ein Tipi der Samen von innen aus.

Die Rentiere tragen ihre Geweihe unterschiedlich lang. Die Männchen werfen ihres nach der Paarungszeit im Herbst ab. Die Weibchen müssen aber noch die Jungen beschützen können und werfen ihres erst im Frühjahr ab Quelle MDR.

Mittags wurden wir zum Hotel nach Kiruna gefahren. Dort konnten wir uns etwas umschauen. Allerdings gibt das neue Zentrum nicht viel her. Eine große Bibliothek und ein paar kleine Shops. Das alte Zentrum ist einiges entfernt und zu Fuß ein bisschen weit. Deshalb haben wir darauf verzichtet. Wir sind stattdessen in der Gegend geblieben, wo der ursprüngliche Erzabbau stattfand.

Blick aus dem Hotelzimmer. Der Turm ist vom alten Rathaus zum neuen Rathaus umgezogen. Die Strasse führt in Richtung des alten Zentrums. Im Hintergrund ist die aktuelle Mine zu sehen.

Und es gibt sie doch

Heute war ein entspannter Tag. Zuerst 10km den Berg runter nach Luleå. Die Betonung liegt übrigens auf der ersten Silbe. Dann erst einmal ein Parkhaus finden. 600m vom Bahnhof bin ich fündig geworden. Ich hoffe, mein Auto ist da gut aufgehoben. Mit dem Zug sind wir anschließend nach Kiruna gefahren.

Luleå selbst, wie auch die Fahrt, waren unspektakulär. Links und rechts schneebedeckte Wälder. Diese wurden immer lichter. Vor Kiruna tauchte die Eisenerzmine auf. Durch den Schnee sah die gar nicht so schlimm aus. Im Sommer, mit einer Drohne aufgenommen, sieht das sicherlich anders aus.

Kurz vor Kiruna war es dann soweit. Ich hatte nicht mehr damit gerechnet und saß mit dem Rücken in Fahrtrichtung. Aber da lag er, im Schnee. Direkt neben den Gleisen. Der erste Elch. Weiter im Hintergrund konnte man noch einen Zweiten erkennen. So schnell hatte ich leider keine Kamera parat. Schade. Da gibt es kein Beweisfoto.

Mit dem Bus wurden wir zum Eishotel gefahren. Wir waren die einzigen Passagiere. Der Busfahrer erklärte dann, dass neulich auf dem zugefrorenen Fluss 50 Elche gestanden haben. Naja, ich glaube es mal.

Das Eishotel ist echt schön. Wie eine Übernachtung ist, weiß ich dann morgen. Es ist auf jeden Fall ganz gut besucht. Abends haben wir noch im Restaurant gespeist. Ich habe mir mal ein Rentierkotelett gegönnt. Hat richtig gut geschmeckt. Schön zart.

Das Eishotel ist ziemlich groß.

Polarlichter konnten wir noch nicht sehen, aber durch eine Planänderung haben wir übermorgen noch eine entsprechende Tour und damit eine Chance.

Das ist unser Schlafgemach. Die Matratze ist gar nicht steifgefroren.

Die einzelnen Räume haben nur einen Vorhang als Eingang und zwischen den Räumen befindet sich sehr viel Material. Im beheizten Teil des Hotels haben wir einen Raum, in dem wir unsere Taschen und Klamotten lassen können. Zur Ausstattung gehört ein Baumwollschlafsack und eben ein extra warmer Schlafsack. Wenn man nachts austreten muss, muss man durch die Nachtpforte zu den Hygieneräumen laufen. Da braucht man einen guten Orientierungssinn. Denn der Weg ist weit.

Vermutlich kältester Tag der Tour

Heute früh waren es -9 Grad Celsius. Das Auto hatte immerhin noch 1 Grad plus im Innenraum. Gestern war ich noch der Meinung, dass ich Spikes benötige. Heute habe ich mir welche bei Intersport vor Ort in Kalix angesehen und war eigentlich von den Winterstiefeln mit der Michelin Sohle begeistert. Auf der anderen Seite habe ich mich gefragt, für wie viel Tage ich die wohl noch gebrauchen kann. Ich kam eigentlich auf 3-6. Dafür extra solche Schuhe kaufen, lohnt sich nicht. Obwohl; gestern kam die Meldung, dass niederländische Forscher errechnet haben, dass der Golfstrom bereits in 2 Jahren kippt und wir dann in Deutschland / Europa 30 Grad kältere Temperaturen bekommen. Aber dann kann ich mir noch immer solche Schuhe zulegen.

Heute früh in Kalix war es wunderschön.

Wenn es so richtig kalt ist, wie heute, kann man sehr gut mit den Wanderschuhen zurecht kommen. Erst wenn Wasser auf dem Eis steht, wird es rutschig.

Bevor wir heute zum Charger Töre aufgebrochen sind, habe ich erst einmal das Auto enteist. Danach hat auch mal wieder das Display hinter dem Lenkrad von Beginn an richtig funktioniert. In Töre habe ich dem Auto etwas mehr Zeit zum Aufladen gegeben. Schließlich muss es 4 Tage in Luleå ohne Aufladen durchhalten. Bei den Temperaturen aktuell, sollte es eigentlich kein Problem sein. Wir könnten sicherlich auch mit dem Auto nach Kiruna fahren, aber mit dem Zug ist es erstens ein Erlebnis und zweitens für mich Erholung.

Der Spaziergang durch Töre war sehr aufschlussreich. In Deutschland wurde ja viel gejammert, dass Wärmepumpen nicht funktionieren würden. Zugegeben, die Häuser hier, haben in der Regel Fußbodenheizung und nur zusätzlich den einen oder anderen Heizkörper. Nichts desto trotz gibt es hier Temperaturen bis -30 Grad und anscheinend reichen die kleinen Kästen an der Hauswand trotzdem aus. Allerdings ist in Schweden der Strom billiger und grüner (wenn man Atomstrom als grün ansieht).

Zwei kleine Luftwärmepumpen scheinen für das Haus auszureichen. Ok, zur Not scheint es einen Kamin zu geben, aber alle Häuser sind hier mit Wärmepumpen bestückt.

Nach dem Aufladen sind wir nach Luleå gefahren. Erste Amtshandlung: Auto waschen. Ok, so eine teure Standard-Autowäsche hatte ich noch nie. Ca. 35€. Bei mir kostet eine bessere ca. 16€. Aber nun ist das Auto wieder sauber. Die PDCs arbeiten wieder, die Kamera zeigt ein klares Bild und das Salz ist abgewaschen. Weiter haben wir uns Luleå nicht angesehen. Das was wir bisher von der Stadt gesehen haben, war nicht gerade attraktiv. Vielleicht sieht es morgen im Zentrum besser aus. Unsere heutige Übernachtung findet in einer Ferienwohnung statt. Es ist traumhaft hier. Außerdem habe ich die Erlaubnis morgen früh die Autobatterie vorzuwärmen. Das bedeutet, etwa mit 5kW eine halbe Stunde laden. Dann geht die ganze Energie in die Heizungen. Mit dem aufgewärmten Akku kommen wir hoffentlich gemütlich den vereisten Berg auch runter. Da ist eine Rekuperationsbremse sehr hilfreich. Das Wohngebiet Bensbyn ist toll. Schöne Häuser, in einer schönen Landschaft. Ein kurzer Spaziergang Richtung Wald war auch möglich. Natürlich ist ausser von Elchgeweihen über Türen, nichts von den Tieren zu sehen.

Unser Reich für die Nacht

Ich habe echte Gelüste bekommen, mir auch eine Ferienhütte anzulachen. Natürlich in Norwegen und nicht in Schweden. Ist vielleicht etwas teurer, aber ich komme mit dem Norwegisch besser zurecht. An den Winter habe ich mich fast schon gewöhnt. Der macht mir schon nichts mehr aus. Allerdings wäre ein Auto mit mehr als 14cm Bodenfreiheit schon sehr viel angenehmer. Also muss dann wohl doch mal ein Model X her.

Die nächsten Tage sind wir also in Lappland, wo es gar nicht so kalt sein soll. Hoffentlich können wir Nordlichter sehen. Vermutlich werde ich erst im Nachgang davon berichten.

Das erste HighLight der Tour

Heute wollte ich zuerst einmal mein Auto waschen, aber die Waschanlage ist defekt. Also dann hoffentlich morgen in Luleå. Heute führte uns ein kurzer Weg nach Grisselholmen zum Eisbrecher. Wir hatten Glück, dass ich die zweite Tour des Tages gebucht hatte. Es kam nämlich ein bisschen die Sonne raus. Richtig spektakulär war es nicht, da wir durch eine Fahrrinne fuhren, die regelmäßig freigefahren wird, aber mich hat beeindruckt, wie wenig Bewegung vor dem Schiff in den Schollen ist.

Fahrt durch die tägliche Fahrrinne.

Nach gut 40 Minuten und einer Schleife ging es zum Stop. Wir waren in der schwarzen Gruppe und hatten dementsprechend direkt Zeit zum Eisgang. Das war auch gut, denn die Sonne lugte ganz gut durch die Wolken durch.

Schwimmen im Überlebensanzug

Später dann stiegen wir in die Überlebensanzüge und dann ins Wasser. Ich wollte ja mit meiner Action Cam Unterwasseraufnahmen machen, aber das ist in dem Anzug echt schwierig und ich hatte vergessen mir eine Sicherungsleine an den Kamerastick zu befestigen. Greifen mit dem Anzug ist da echt problematisch. Zudem war das Gedränge da recht groß und ich bin gar nicht vom Schiff richtig weggekommen. Deshalb habe ich den Stick einmal ins Wasser getaucht und um 360 und mehr Grad gedreht. Dummerweise führt in der Nähe ein Fluss in die Ostsee, so dass das Wasser sehr trübe ist und von oben schwarz aussieht. Den genauen Erfolg kann ich aber erst am Rechner sehen. Da die Aufnahmen in 8k sind, lässt sich vielleicht ein 4k oder normales HD Video erstellen, auf dem dann etwas zu erkennen ist.

Insgesamt ein schöner Ausflug.

Das Laufen auf dem Eis ist schwierig, wenn man über den unruhigen gefrorenen Untergrund geht und nicht viel besser, wenn es weich ist, denn dann steht man schnell im Wasser. Ich brauche dringen Spikes an den Schuhen.

Es ist ein bisschen verhext

Morgens, wenn wir uns auf den Weg machen, scheint die Sonne. Ab Mittag verschwindet sie dann. Egal, dann dann machen wir gleich morgens die schönen Bilder. Es wäre nur schön, wenn es nachts keine Wolken gäbe, um Nordlichter zu sehen, da hoffe ich auf Lappland mit schönerer Landschaft, als eine Stadt.

In Skelleftea haben wir uns die älteste Holzbrücke Schwedens angesehen, die Lejonströmsbron. Man mag es kaum glauben, aber die von 1735-1737 erbaute Brücke besteht aus Holzbolen, über die Autos fahren.

Hinter der Lejonströmbron sieht man die Landskyrkan, die seit 1500 aus Stein besteht und die 200 Jahre ältere Version aus Holz ersetzt hat.

Heute früh war die Strasse ziemlich leer. Sonntags schlafen die Schweden wohl gerne aus, aber es gibt viele, die sonntags arbeiten müssen. Neben den vielen Radladerfahrern auch alle in den Shops. Für mich überraschend, haben nämlich einige Läden sonntags offen, wenn auch mit reduzierten Öffnungszeiten.

In Jävrebyn wollte ich den Leuchtturm eigentlich von der Ostsee aus fotografieren. Nachdem ich allerdings mehrmals bis zu den Knien im Schnee versunken war, habe ich das aufgegeben. Da hätte ich Schneeschuhe gebraucht, aber wer braucht die schon in Deutschland? Auch Spikes für die Schuhe wären hier praktisch, aber bekommen wir wegen des wegfallenden Golfstroms, demnächst auch echte Winterverhältnisse? Niemand weiß es.

Heute sind wir in Kalix angekommen. Nur noch 25km morgen bis zum Eisbrecher. Ich hoffe auf schönes Wetter. Das erste Highlight der Tour. Es sollte vor allem gegen 14:00 schön werden. Mal schauen. Wir können wohl schon festhalten, dass der Akkutest mit den -30 Grad ausfällt. Die Tiefsttemperatur wird wohl am Dienstag erreicht, wo -9 Grad angekündigt sind.

Impression von unterwegs.

Ein kurzes Zwischenspiel der Sonne

Heute früh fing der Tag fantastisch an. Die Sonne kam raus und eine wunderschöne Landschaft trat zutage.

Mit Sonne sieht die Landschaft super aus.

Die Fahrt aus dem Übernachtungsgebiet ging wieder etwas langsamer. Erstens musste ich Fotos machen und zweitens war die Oberfläche gefroren, also alles, was am Tag zuvor noch nass war. Dadurch hat der Schnee eine eisige Oberfläche, was dem Unterboden vom Auto nicht gut bekommt. Ich sollte den wohl mal nachlackieren lassen. Die große Pfütze vom Vortag war weg. Anscheinend weggebaggert.

Wenn der Schnee nicht zu hoch liegt, macht das Fahren darauf richtig Spaß. Die Fronthaube taut tatsächlich während des Tages noch auf.

In Umeå haben wir Zwischenstation gemacht und uns das Gitarrenmuseum angesehen. Naja, für den Preis hätte man mehr erwarten können. Es waren zwar sehr viele Gitarren ausgestellt, aber keinerlei Erklärungen. Die schwedische Gitarristenprominenz hat mir auch nichts gesagt. Dafür war der Weg vom Parkplatz und zurück ein Abenteuer. Entweder musste man durch Pfützen laufen oder über angetautes, bis zu 10cm dickes, Eis. Wie machen die Einheimischen das? Die eiern nicht so rum wie wir. Ich glaube die Sohlen von meinen Wanderschuhen sind zu hart für Eis.

Ganz viele Gitarren im Gitarrenmuseum

Heute haben wir es bis Skellefteå geschafft. Leider etwas spät, denn wir haben erst hier vor Ort versucht ein Hotel zu buchen. Da waren wir auch, aber weder Personal noch Zimmerschlüssel. Also auf zum nächsten Hotel. Das Problem war nur, dass beim ersten Hotel der Schnee so hoch lag, dass das Auto hin und her geschoben wurde und vermutlich die oberste Schneeschicht abrasiert wurde. Ich hoffe, dass das Auto nichts abbekommen hat. Wir haben es nicht erwartet, aber die Hotels sind hier extrem gut gebucht. Normalerweise nur unter der Woche, aber dieses Wochenende auch. Unter der Woche liegt das an Northvolt, der Batteriefabrik für E-Autos.

Inzwischen sind wir 3000km gefahren, davon mehr als 2000 in Schweden. Von den angeblich hier lebenden Elchen gibt es keine Spur. Liegt wohl an der Strasse. Vielleicht sollten wir zurück mehr quer fahren.

Ein entspannter Tag

Uns gefällt es hier so gut, dass wir beschlossen haben, noch einen Tag hier an der Genesön Strasse zu bleiben. Die zweite Nachthälfte hat es etwas geschneit, so dass ca. 4cm Schnee auf dem Auto liegen. Wir haben gleich einmal den Luxus der vorhandenen Waschmaschine und des Trockners genutzt. Ich stelle fest, ich habe viel zu viele Klamotten dabei.

Das bisschen Schnee hält uns nicht auf.

Stina, unsere Wirtin empfahl uns eine kleine Wanderung die Strasse weiter zu ein paar Hütten und wir könnten auch auf der Ostsee spazieren gehen. Bis zum letzten bewohnten Haus konnten wir ganz normal gehen. Danach war die Strasse aber nicht mehr geräumt. Einmal bin ich dann bis zum Knie im Schnee versunken. Die ganze Zeit viel sehr nasser Schnee, fast Regen. Das heißt, es war über Null Grad warm. Ein kurzer Gang auf die Ostsee zeigte, dass das Eis hält, aber in den Fußspuren sammelte sich gleich ein Zentimeter Wasser. Das Vertrauen schwand dann doch ein bisschen. Ohne Schneeschuhe macht es auch gar keinen Sinn durch den tiefen Schnee zu stapfen. Schön ist es trotzdem. Wir konnten auch einige Hasenspuren sehen, aber von angeblich vorhandenen Elchen keine Spur.

Wir haben die einzigen Spuren auf dem Weg gemacht.

Die Wolken hängen tief über Fjälludden und der Ostsee.

Nach dem wir uns einen gemütlichen Mittag gemacht hatten (ich habe auch noch ein bisschen an meiner Changemanagement Case Study gearbeitet), beschlossen wir doch noch zum co-op nach Örnsköldsvik zu fahren. Es ist ja noch hell. Also kein Problem. So dachten wir zumindest. Die Fahrt stellte sich allerdings erheblich schwieriger als noch am Vortag dar. Durch das Tauwetter war der Schnee nicht mehr fest und griffig. Zudem trat nun die festgefahrene Eisdecke zum Vorschein. Ich musste heftig gegenlenken und war nur noch halb so schnell unterwegs. Auf dem Weg zum co-op mussten wir noch durch eine Strassensenke fahren. Dort stand das Wasser bestimmt 5-10cm tief und das auf einer Länge von 15-20 Metern. Auf dem Parkplatz des Marktes versuchte ein Bagger Herr der Lage zu werden. Relativ erfolglos. Der Rückweg führte natürlich genauso wieder durch die Senke. Aber der Tesla hat das souverän gemeistert. Nur beim Anstieg zum Guesthouse gab es auf dem letzten Meter Probleme. Aber geschafft ist geschafft.

Was wir nicht geschafft haben, ist einen der angeblich zahllosen Elche zu sehen. Ich glaube noch immer, dass der Elch eine Erfindung der Tourismusbranche ist.

Morgen geht es dann weiter Richtung Zielgebiet.

Hasenspuren im Schnee.