Fazit der Reise zum Weihnachtsmann

Zunächst muss ich feststellen, dass das Ziel, nämlich das Auto bei extremen Minustemperaturen zu testen, nicht geklappt hat. Das niedrigste waren -10°C und auch nicht lange. Des weiteren konnte ich eine Menge Erfahrungen sammeln:

  1. Auf Schnee und Eis oder auch im Schneematsch mit dem Tesla zu fahren, ist gar kein Problem. Man braucht weder Spikes noch Schneeketten. Man braucht nur die richtigen Winterreifen und sollte morgens zum Aufwärmen des Akkus eine Steckdose haben. Ich finde die Rekuperationsbremse sehr angenehm und wichtig.
  2. Die winterlichen Strassenverhältnisse in Skandinavien sind eher besser als in Deutschland.
  3. Niemals mit neuer Frontscheibe im Winter in Skandinavien Auto fahren. Nach so einer Reise braucht man eine Scheibenreparatur oder eine neue Scheibe.
  4. Übernachten in der Kälte (Eishotel) ist auch kein Problem.
  5. Kurzfristig eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden ist im Winter gut möglich, aber man muss ggf. etwas abseits fahren. In der touristischen Saison dürfte es schwieriger sein.
  6. Es haben wenige Campingplätze auf und auf den Zeltbereichen ist der Schnee gestapelt. Also kein Winterzelten. Ohnehin wird man von den Campingplatzbesitzern für Spinner gehalten, wenn man bei der Kälte zelten (oder eisbaden) möchte.
  7. Um sicher Nordlichter sehen zu können, muss man weiter nördlich sein und sich einige Tage an einem Ort aufhalten, an dem wenig Lichtverschmutzung ist.
  8. Mit dem Eisbrecher fahren ist ganz nett, aber ganz anders, als ich mir das vorher vorgestellt habe. Aber wenn man drüber nachdenkt, wie weit kann man mit einem Schiff in einer Stunde im Eis kommen? Das ist nicht zu vergleichen mit einem Walbeobachtungsboot.
  9. Hundeschlitten fahren ist in der Gruppe (die Hunde kennen den Weg) einfach und macht Spaß.
  10. Mit Schneeschuhen wandern ist anstrengend und die Schuhe sollten die richtige Größe haben. Aber es macht auch Spaß, wenn man keine Fotoausrüstung mitschleppt. Zudem braucht man ein Messer, um ab und zu den Schnee / das Eis von den Schuhe zu entfernen.
  11. Eisfischen bringt mir nichts.
  12. Schwedische Städte sind Industriestädte und meiner Meinung nach nicht besonders hübsch.
  13. Die Landschaft in Schweden ist schön, aber auch langweilig. Mein Favorit bleibt da Norwegen.

Alles in allem eine schöne, interessante und aufregende Abenteuerreise. Leider mit wenigen Bildern. Naja, für das übliche Fotobuch wird es reichen. Ich habe ja auch noch ein paar Videos. Nach 6500km kann ich sagen, dass das Auto sehr gut für winterliche Verhältnisse geeignet ist. Allerdings würde ich ein Model X bevorzugen, denn das ist für skandinavische Verhältnisse, auf Grund der größeren Bodenfreiheit, einfach besser geeignet. Interessant war auch die Aussage einer Dame, dass der Tesla das einzige Elektroauto ist, dass mit echten Winterverhältnissen (sehr niedrige Temperaturen) zurechtkommt. Die Fahrzeuge anderer Hersteller (zum Beispiel VW) schalten einfach ab. Nun kann ich meine ungenutzten Schneeketten wieder verkaufen.

So lange Strecken mit dem Auto zu fahren ist nicht jedermanns Sache. Wenn man aber fliegt und flexibel sein will, ist man entweder auf teure Taxis oder einen Mietwagen angewiesen. Das braucht weniger Zeit, ist aber teurer. Allerdings sollte man den Fahrzeugverschleiß und eventuelle Reparaturen nicht aus dem Auge lassen. Das Optimum wäre für mich ein elektrischer Camper, aber bitte nicht auf Campingplätzen. Im Winter ist es allerdings nicht möglich, wirklich außerhalb der Zivilisation zu campieren. Dafür ist der Schnee einfach zu hoch gewesen. Das geht dann nur mit einem echten Offroadtruck.

Noch eine Erkenntnis: Der Handyempfang ist in Schweden nicht so gut wie in Norwegen. Dafür sind die WLANs in den Unterkünften besser.

Man braucht sehr wenig mitzunehmen, da man in vielen Unterkünften auch eine Waschmaschine zur Verfügung hat oder zumindest die Sachen waschen und trocknen kann. Ich hatte viel zu viel mit. Ich empfehle Bettlaken, Kopfkissen und Schlafsack mitzubringen. Die Betten sind ok, aber so ist es praktischer und angenehmer. Meine Meinung.

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