Ist Wasserstoff die Lösung?

Als ich heute meinen Lieblingspodcast (Methodisch inkorrekt) gehört habe, wurde die Frage erörtert, wie viel Süßwasser braucht es eigentlich, um die für Verkehr und Heizen theoretisch benötigte Menge Wasserstoff herzustellen. Dabei bin ich hellhörig geworden, als erzählt wurde, dass aus einem Liter Wasser 0,9l Wasserstoff entstehen würden. Das ist falsch und war vermutlich ein Versprecher. Richtig muss es heißen, dass aus 9l Wasser = 9kg, 1kg Wasserstoff erzeugt werden kann. Warum in kg? Naja, Wasserstoff ist schlecht in Litern zu fassen, denn dafür müssen die Umgebungsparameter, wie Temperatur und Druck verändert werden. Bevor ich im Folgenden ein paar Berechnungen anstelle, sei dem geneigten Wasserstofffan noch gesagt, dass der Einsatz von Wasserstoff im Auto mit einer Brennstoffzelle dazu führt, dass das Tempolimit automatisch eingehalten wird, denn der Umwandlungsprozess kann nur relativ kontinuierlich passieren, so dass das Betätigen des Beschleunigungspedals nicht viel bringt, bzw. nur über den Umweg über einen Akku funktioniert. Oder man begibt sich wieder in die Verbrennung, hat dann aber viel höhere Verluste und kommt nicht weit.

Berechnungen

Im Jahr 2020 wurden weltweit 88 Millionen Barrel Rohöl gefördert. Ein Barrel sind 159 Liter. Damit wurden jeden Tag 13.992.000.000 l Öl gefördert, bzw. im Jahr 5.107.080.000.000 l. Anders ausgedrückt 5 Billionen Liter. Der Energiegehalt von Rohöl sind etwa 11kWh. Das heißt, es handelt sich um eine Energiemenge von 56.177.880.000.000 kWh jährlich. Davon werden ca. 70% für Transport, also Benzin, Diesel, Kerosin, … und Heizen verwendet. Das ergibt 39.324.516.000.000 kWh Energie, die wir durch Wasserstoff ersetzen müssten.

1kg Wasserstoff besitzt die Energie von etwa 33kWh. Damit würden 1.191.652.000.000 kg Wasserstoff benötigt. Nun wollen wir ja ökologisch sein und den Wasserstoff durch Elektrolyse herstellen. Dabei treten Verluste in Höhe von 60% auf. Nicht eingerechnet Verluste durch Transport, Kühlung, Kompression, … Damit brauchen wir

  1. 98.311.290.000.000 kWh Strom zur Herstellung (das entspricht 9000 durchschnittlichen Kernkraftwerken)
  2. 10.724.868.000.000 l reines Wasser (Süßwasser)

Das sind ziemlich große Zahlen. Meine Photovoltaikanlage erzeugt etwa 240kWh Strom pro Zelle und Jahr. Heute sind die Zellen noch besser, bzw. können noch besser sein, je nachdem wie viel Geld man ausgeben möchte. Rechnen wir einfach mal mit 300kWh / Jahr. Dann brauchen wir 327.704.300.000 Solarzellen für die Stromproduktion. Sofern wir davon ausgehen, dass die Herstellung der Solarzellen auch mit Solarstrom erfolgt und das alles CO2 neutral ist. Eine Solarzelle ist etwa 0,8m2 groß. Damit brauchen wir eine Fläche von 262.163.440.000m2, was 262.163km2 sind. Immerhin könnten wir in Deutschland 1% des Weltbedarfs mit Dachflächen abdecken, was in etwa dem Bevölkerungsanteil entspricht. Leider verbraucht Deutschland aber das 4-Fache.

Nun die Korrekturen, weil es nicht ganz so schlimm ist. Für den Verkehr werden etwa 50% des Öls verwendet, also 28.088.940.000.000 kWh pro Jahr. Wenn wir aber elektrisch fahren, dann spart das zumindest im PKW Bereich 2/3 ein, weil die Autos viel weniger Verluste haben und dementsprechend weniger Energie verbrauchen. Wir sind ja optimistisch und rechnen das hoch und bekommen einen Verbrauch von 9.269.350.200.000 kWh. Das ergibt noch immer 77.244.585.000 Solarzellen, aber es sind nur noch 61.796qkm Fläche. Das ist 1,5 Mal die Schweiz.

Wenn wir nur mit Batterien fahren, dann reduzieren sich die Verluste, so dass am Ende nur noch etwa 1/3 herauskommt, also die halbe Schweiz. Zudem würde die Wasserstoffherstellung 11 km3 (Kubikkilometer) Wasser benötigen, welches wir erstens der Trinkwasserversorgung entnehmen würden und zweitens zusätzlich in die Luft bringen würden, was vermutlich nicht so viel ist, aber trotzdem nicht gut im Zusammenhang mit den Klimaveränderungen ist.

Ganz anders sieht es im Bereich Zwischenspeicher im häuslichen Bereich aus, wo es einen Kreislauf von Elektrolyse und Brennstoffzelle geben kann. Hier gibt es nur einen einmaligen Wasserbedarf.

Fazit

Öl (und wir haben hier noch nicht das Thema Erdgas beleuchtet) durch Wasserstoff zu ersetzen bringt nicht wirklich Vorteile. Das, was die Autofahrer sich durch das schnelle Tanken erhoffen, wird durch eine geringe Reichweite und fehlende Fahrdynamik wettgemacht. Außerdem muss ein hoher technischer Aufwand betrieben werden, der nicht so schnell umsetzbar ist. Es gibt Einsatzgebiete für Wasserstoff (Ersatz von Erdgas), die sehe ich aber nicht im Transportwesen und auch nicht in der Gebäudetechnik. Eigentlich wäre die optimale Lösung die Carrerabahn, so dass die Fahrzeuge keine schweren Akkus mehr mitschleppen müssten, aber das ist sicher nicht realisierbar. Auch das autonome Auto bringt beim Verbrauch nicht wirklich etwas, denn die Leute wollen ja trotzdem von a nach b kommen und das autonome Auto muss sich dann auch noch zu den Leuten hinbewegen. Das autonome und geteilte Auto bringt dafür viel bei der Ressourceneinsparung in Herstellung, Platzbedarf, Wartung, …

Die Bedeutung für Deutschland ist, dass die Dachflächen mit Windkraft zusammen reichen würde, um den Energiebedarf zu decken, wenn wir keinen Wasserstoff zum Verfahren verwenden, denn bei den obigen Zahlen sind ja nur die Solarzellen berücksichtigt worden, aber die Windkraft hat ja einen aktuell noch größeren Anteil an der Ökostomerzeugung. Außerdem spart die nicht Verwendung von Öl auch Energie ein, so dass noch weniger als angenommen benötigt wird.

AddOn

So gerne ich lieber gestern als heute auf das Erdöl verzichten würde, muss beachtet werden, dass Erdöl auch in vielen anderen Bereichen, wie Kunststoffe, Medizin, Strassenbau, … eingesetzt werden. Dafür muss entsprechender Ersatz gesucht werden, bzw. die chemischen Prozesse müssen so angepasst werden, dass in der Übergangszeit die Bestandteile, die heute verbrannt werden, auch für sinnvolle Dinge genutzt werden.

Anmerkung

Ein weiteres Lieblingsthema von vielen technikaffinen Menschen ist Stromerzeugung durch Kernfusion.. Hier möchte ich folgendes anmerken:

  1. Wir haben schon ein kostenloses Fusionskraftwerk. Wir sollten dieses nutzen.
  2. Selbst wenn das mit der Kernfusion klappt, braucht es noch viele Jahre, bis es eine Lösung gibt.
  3. Auch eine Kernfusion braucht Treibstoff. Wo soll der denn herkommen?

Klimawandel Ade

Vor 30 Jahren haben die Grünen noch von einem Benzinpreis von 5DM geträumt. 2019 war das Bewusstsein für den anstehenden Klimawandel zumindest in den Medien präsent, wenn auch leider nicht in den Betonköpfen meiner Generation, aber eigentlich ist jedem klar, dass es da wohl ein Problem geben könnte und dass es eigentlich auch Lösungen gibt. Trotzdem interessiert es heute nicht mehr, dass wir einen Klimawandel haben. Dabei gab es letzte Woche noch die Meldung, dass wir die 1,5 Grad schon erreicht haben.

Jetzt haben wir eine weltweite Krise und die Mineralölkonzerne haben die Benzinpreise massiv erhöht, ohne dass es dafür einen konkreten Grund gibt, denn der Weltmarktpreis für das Rohöl ist nicht auf seinem Höchststand. Anstelle die Mehreinnahmen nun zu nutzen, um die alternativen Antriebe sinnvoll zu fördern, zum Beispiel durch Investitionen in die kommunalen Stromnetze, müssen alle das Benzin für die Autofahrer subventionieren, egal ob sie überhaupt Auto fahren. Und so teuer scheint der Sprit nicht zu sein, wenn die Strassen so voll sind. Oder sind das alles Firmenwagen. Vielleicht muss man da auch mal ran und deren Förderung zusammenstreichen. Zudem geht unsere Regierung nun hin und erschließt weltweit neue Gaslieferanten. Wir wollen weg von dem Gas und dem Öl. Das muss oberste Prämisse sein. Dazu muss man nichts subventionieren, sondern durch günstige, zum Beispiel zinslose, Kredite den Umbau der Öl- und Gasheizungen hin zu Wärmepumpen in Kombination mit Solar fördern. Es gibt inzwischen für alles eine Lösung. Mit Solarzellen kann man heute nicht nur Strom gewinnen, sondern gleichzeitig auch Wärme. Und wenn man diesen ganzen Ausbau geschafft hat und alle Dächer blau und nicht mehr rot sind, dann kann man auch den Wasserstoff produzieren, den die Industrie gebrauchen kann. Aber anscheinend wird von der Energielobby der Politik eingeredet, dass das alles ungünstig ist.

Wir wissen, dass der Klimawandel unaufhaltsam da ist und wir nur noch Schadensbegrenzung machen können und wir wissen, dass die Bekämpfung der Folgen um ein Vielfaches teurer wird, als eine Schadensvermeidung durch rechtzeitige Maßnahmen. Also warum tun wir dann nichts? Wir müssen jetzt handeln, denn jedes Handeln, aber auch jedes Nicht-Handeln macht sich erst in zehn Jahren bemerkbar. Also spüren wir heute unser Handeln von 201#. Irgendwann wird es nichts mehr nützen das Speiseöl oder das Toilettenpapier zu hamstern. Das ist einfach nur egoistisches Denken.

Es muss dringend etwas getan werden

Gestern gab es in der ARD die interessante Doku „Bis zum letzten Tropfen„. Eine Dokumentation über die Wasserknappheit in Deutschland. Eigentlich ist das für mich kein neues Thema gewesen, aber es ist wichtig sich die Problematik mal wieder vor Augen zu führen. Kleiner Funfact nebenbei, als Technik affiner Mensch fand ich es extrem spannend, dass man mit Satelliten Gravitationsunterschiede durch eine Flugbahnänderung messen kann.

Auch die Problematik, dass Großkonzerne für nicht einmal 1/10 des üblichen Preises Wasser fördern dürfen, um dieses dann sauteuer an die Menschen weiter zu verkaufen, kannte ich. Ich selber trinke nur noch Leitungswasser, wobei das ggf. etwas wenig Mineralstoffe enthält und ich dagegenhalten muss. Aber den Irrsinn mit dem teuren Mineralwasser mache ich nicht mit. Mir war aber nicht bewusst, dass dies in Deutschland heute noch immer möglich ist. Ich frage mich, wie viel die Politiker, die solche Entscheidungen treffen, persönlich davon profitieren? Eigentlich müsste die Preisgestaltung umgekehrt sein. Das lokale Trinkwasser müsste billiger sein. Das von Coca Cola oder Nestle an solchen Standorten geförderte Wasser wird ja nicht lokal vertrunken, sondern durch die Gegend gefahren. Also wird im Grunde ein Lebensmittel für die Städter erzeugt. Das ist ja das generelle Problem, dass praktisch keine Ressource in der Stadt erzeugt wird. Das gilt ja zum Beispiel auch für die Ressource Strom.

Neben den vermehrten Trockenzeiten haben wir aber zu anderen Zeiten zu viel Wasser, wie letztes Jahr im Ahrtal. Diese, nur zu kurzen Zeiten, auftretenden Starkregenereignisse gilt es in Zukunft zu nutzen. Mir fällt da eigentlich nur eine relativ schnell umzusetzende Möglichkeit ein und das ist die Nutzung der großen in den Boden gegrabenen Löcher, sprich die Kohleabbaugebiete. Was ist dafür zu tun? Zuerst muss sichergestellt werden, dass man auf die Kraftwerke verzichten kann. Also schafft Euch Solaranlagen an. Zweitens müssen die Anwohner, die in den Kohleabbautrockenlegungsgebieten Häuser haben, umgesiedelt werden. Warum? Weil die Lokalpolitik seinerzeit Grundstücke verkauft hat, die es so gar nicht gegeben hätte, wenn durch den Braunkohleabbau nicht massiv das Grundwasser gesenkt worden wäre. Dann muss man nur noch die Pumpen abstellen und das Gebiet als Überflutungsgebiet nutzen. Allerdings vermute ich, dass alleine das Abstellen der Pumpen einen sehr positiven Einfluss auf den Grundwasserspiegel der gesamten Region haben wird, so dass man auf die Starkregenereignisse verzichten kann. Ich denke aber auch, dass wir weitere Regionen haben, wie die Lüneburger Heide, wo noch immer Wassermangel herrschen wird. Deshalb muss man zusehen, dass dann das Wasser verteilt wird und in den Boden eingebracht wird. Das ist alles sehr aufwendig, aber meiner Ansicht nach notwendig. Man muss sich auch überlegen wie viel Jahre es braucht, bis das Wasser dort ankommt, wo es heute gefördert wird. Nicht umsonst gibt es Werbung bzgl. Mineralwasser, dass durch einen tiefen Stein muss. Das Wasser war viele hundert Jahre dahin unterwegs und die Zeit muss man ihm eigentlich wieder geben.

Hier noch einmal die notwendigen Massnahmen:

  1. JETZT endlich die Photovoltaik ohne viel Rücksicht auf den Denkmalschutz flächendeckend ausbauen und Wasserstoffspeicher einführen.
  2. Braunkohleabbaugebiete als Überflutungsgebiete vorbereiten.
  3. Wasser in trockene Regionen leiten und dort in Mooren oder ähnlichem versickern lassen.
  4. Lasst die Konzerne wie Coca Cola und Nestle für die Folgen bezahlen.

Damit können wir auch diese Probleme lösen, wenn wir nur wollen.

Das Ziel von 1998 ist erreicht

Auf der Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen 1998 in Magdeburg (Wikipedia) wurde das 5 DM Ziel für einen Liter Benzin ausgelobt. Als ich gestern an diversen Tankstellen vorbeigekommen bin, konnte ich beobachten, dass dieses Ziel nun erreicht ist. Ich habe mich darüber gefreut, weil es hoffentlich ein weiterer Anstoss dafür ist, die Elektromobilität voran zu bringen. Gerade wir hier in Deutschland haben ideale Voraussetzungen unsere Energienutzung auf den Energieträger Strom umzustellen. Damit können wir ganz viele Dinge erreichen:

  1. Unabhängigkeit von ausländischen Energieträgerlieferungen, was durch den aktuellen Krieg in der Ukraine ja sehr deutlich wird, dass das ein wichtiges Ziel ist.
  2. Preisstabilität durch reine Einmalinvestitionen und fast zu vernachlässigenden Produktionskosten. Gerade Solarstrom ist wartungsarm. Anders ausgedrückt, meine Anlage liefert seit 9 Jahren zuverlässig Strom und ich musste bisher gar nichts machen. Bei Windkraft sieht das im großen Stil etwas anders aus, aber vielleicht sollten wir zu Kleinanlagen kommen. Auch scheint die Wasserstofftechnik im Kleinen langsam zu kommen, so dass Sommerstrom für den Winter gespeichert werden kann.
  3. Das Klima wird geschont. Und das ist ja eigentlich das wichtigste Ziel.
  4. Die Umwelt wird entlastet. Dies ist nicht dasselbe wie der vorherige Punkt, denn hier meine ich tatsächlich die Belastung durch Lärm. Auch wenn es heißt, dass die Hauptlärmquelle eines Autos die Reifen sind, so sind meiner Ansicht nach deutliche Verbesserungen insgesamt zu bemerken, denn jeder Antrieb erzeugt Oberwellen und trägt auch zur Lärmbelastung bei. Ich weiß, das wollen gerade die Poser so haben, aber dann überlegt Euch eine andere Außendarstellung, um die Mädels zu imponieren.

Kommen wir zur Realität zurück. Leider wird es bei den hohen Preisen nicht bleiben und nach dem Krieg wird der Preis für Benzin, Heizöl und Gas auch wieder sinken. Zweitens haben wir gar keine 5 DM Preise. Seit dem Beschluss der Grünen sind fast 25 Jahre vergangen und der Wert des Geldes hat sich verringert. Früher hieß es mal, dass sich alle 10 Jahre der Wert halbiert. Damit wären wir großzügig gerechnet jetzt also bei 1/4. Allerdings war das Ziel der Grünen auch in die Zukunft projiziert, also sagen wir 1/2. Damit kostet der Liter Benzin also keine 5 DM, sondern nur 2,50 DM. Jetzt kann ich nur hoffen, dass die Bundesregierung jetzt nicht einknickt und irgendwelche Entlastungen beschließt. Vielmehr sollte das mehr an Geld das die Regierung jetzt einnimmt in neue Technologien investiert werden, so dass die Anzahl der Solardächer wieder steigen kann. Und bitte keine Unternehmen subventionieren. Man hört jetzt schon wieder die Forderung seitens der Autoindustrie nach von Staat subventionierten Ladesäulen, damit irgendwelche Unternehmen einen noch größeren Reibach machen können. Das geht gar nicht. Tesla hat auch keine Subventionen für die Ladesäulen bekommen.

So schlimm scheint es mit den Benzinpreisen auch nicht zu sein, denn gestern waren sehr viele Menschen mit ihrem Auto unterwegs. Da hatte ich nicht den Eindruck, dass sie sich von den hohen Spritpreisen abschrecken ließen. So schlimm wie der Krieg ist und so traurig es ist immer wieder ansehen zu müssen, dass der Mensch erst durch eine Katastrophe aktiv wird, so sehr hoffe ich, dass endlich der Klimaschutz wieder Fahrt aufnimmt.

Energetische Sanierung in der Stadt

Die heutige Politik möchte die Umstellung der Energieversorgung auf nachhaltig elektrische Energie vollziehen. Demgegenüber stehen Interessen von Stadtplanern und Denkmalschützern. Leider habe ich für deren aktuelles Denken kein Verständnis. Zwei Beispiele.

Aufhängung einer Solarzelle am Balkon in Frankfurt. Dieser Fall ging durch die Presse, wo es einem Anwohner nicht gestattet wurde eine Solarzelle an seinen Balkon zu hängen, weil dadurch die Optik des historischen Balkongitters gestört sein. Gleichzeitig war ein Haus weiter das historische Gitter durch ein schlichtes Edelstahlgitter ersetzt worden, was den Eindruck nicht besser gemacht hat.

Bestimmte alte oder historische Gebäude dürfen nicht verändert werden, wobei sich das nicht nur auf die Optik bezieht, sondern auch auf die zu verwendenden Materialien. Nun muss man sich fragen, welcher erhaltungswürdige Zustand ist der richtige? Große Burgen wurden früher nicht einfach aus dem Boden gestampft und waren fertig. Sie sind vielmehr über Generationen gewachsen und angepasst worden. Welcher Zeitpunkt ist also der Richtige? Der vor 500 Jahren, vor 400 Jahren, ???

Wir leben in einer Zeit der Erkenntnis, nämlich der Erkenntnis, dass wir so mit den Ressourcen der Erde nicht mehr weitermachen können. Diese Erkenntnis hat sich zwar noch nicht in allen Köpfen durchgesetzt, aber mit jeder Generation wird es besser. Ich halte noch einmal fest, früher wurden Gebäude an ihren aktuellen Zweck angepasst. Damit hat sich auch die Optik verändert. Warum darf das heute nicht mehr sein? Wir müssen Energie erzeugen und einsparen wo es nur geht. Wenn man alle Dächer mit Solarzellen bestücken würde, würden die Dächer eben blau und nicht mehr rot aussehen. Daran würde sich der Mensch, so bin ich mir sicher, innerhalb von wenigen Jahren gewöhnen und dann wäre nicht mehr das Dach mit, sondern das Dach ohne Solarzellen der Fremdkörper. Gerade in der Stadt ist es schwierig Energie zu erzeugen. Gleichzeitig gibt es aber viele Dachflächen. Also sollte man sie nutzen. Auf hohen Gebäuden mit Flachdach ließen sich ggf. auch kleine Windräder wirtschaftlich betreiben. Die Städter dürfen jedenfalls nicht verlangen, dass ihre Energie auf dem Land erzeugt wird, genauso wenig wie die Bayern den Windstrom aus Niedersachsen einfordern dürfen, weil ihnen die Windräder nicht passen. Es gehört auch dazu Energie möglichst da zu erzeugen wo sie gebraucht wird, um Transportverluste zu vermeiden.

Das größte Problem ist nun das Beheizen der Häuser. Alte Gebäude können energetisch nur schwer saniert werden. Das Aufbringen einer Dämmung ist schwierig bis unmöglich und teilweise auch gar nicht notwendig, weil Gebäude an Gebäude steht und die offene Fläche gar nicht so groß ist. Fenster können ersetzt werden und sparen ein bisschen Energie ein. Der schwierigste Punkt ist allerdings die Heizung. Öl-, aber auch Gasheizungen sollen weg. Da gibt es nur zwei Alternativen. Erstens die Nahwärme. Die kann einen sehr sinnvollen Beitrag liefern, wenn die entsprechende Wärme aus Biogasanlagen oder Müllverbrennungsanlagen abfällt. Vorteil dieser Lösung ist, dass der bauliche Aufwand in den Häusern klein ist und die Wohnungen mit den für Heizkörper üblichen Temperaturen betrieben werden können. Allerdings reicht deren Potential nicht für Alle aus und Nahrungsmittel zu vergasen ergibt für mich auch keinen Sinn. Die zweite Möglichkeit ist der Einsatz von Luftwärmepumpen. Diese haben zwei Nachteile. Erstens emittieren sie Geräusche und zweitens sind sie nur bis maximal 55°C Heizwassertemperatur sinnvoll einsetzbar. Allgemein muss man sagen, dass eine niedrige Heizwasser (Vorlauftemperatur) sinnvoll ist. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere Leser an den Physikunterricht der Schule mit der Fragestellung was ist besser, die Milch gleich zum Tee gießen oder erst den Tee abkühlen lassen und dann die Milch dazu. Damit will ich sagen, dass höhere Temperaturunterschiede auch zu höheren Verlusten führen. Ich denke auch, dass die meisten Heizungsanlagen viel zu warm betrieben werden. Wenn ich für die wohlige Wärme den Heizkörper nur auf 2 von 5 zu stellen brauche und bei 5 in Badehose und Sonnencreme sitze, ist die Temperatur viel zu hoch.

Gleichzeitig ist es besser Wärme über große Flächen abzugeben. Deshalb sind Fußbodenheizungen auch das Optimum. Diese sind aber in Altbauten nicht vorhanden, bzw. eine diesbezügliche Sanierung kommt einem Neubau gleich. Dann kann man nur versuchen die Heizkörper durch neue Heizkörper zu ersetzen, die eine viel höhere Oberfläche besitzen. Das ist auch eine der billigsten Varianten.

Bleiben nur noch zwei Fragen offen: wie bekommt man den Vermieter dazu die Heizung zu optimieren, wo er selbst keinen Nutzen von hat und zweitens die Frage an die Stadtplaner und Denkmalschützer, was man eigentlich mit den Schornsteinen macht, die niemand mehr braucht. Sind die auch ein erhaltungswürdiges Detail? Ich meine nein. Man könnte sich auch auf einen Kompromiss einigen. Es gibt immerhin inzwischen auch Solardachpfannen, die optisch kaum auffallen. Es muss viel getan werden und einiges kann die große Politik bewirken, aber das Umdenken fängt bei jedem Einzelnen an und wir brauchen die Energiewende für unsere Nachkommen.

Was läuft denn hier schief?

Ich habe in den letzten Wochen ein Angebot von einem Stromversorger bekommen, mit meinem Auto 260€ zu verdienen, indem der Versorger mit meinem Auto ein CO2 Zertifikat umsetzt und dieses verkauft. Das ist ja sehr nett, aber was steckt dahinter? Wenn ich es richtig verstanden habe, können darüber quasi öffentliche Ladesäulen indirekt zertifiziert werden, weil die dort geladenen E-Autos CO2 einsparen. Aber das Auto spart gar kein CO2 ein. Dort wo der Strom produziert wird, wird CO2 (hoffentlich) vermieden. CO2 kann demnach gar nicht eingespart werden, sondern nur dessen Produktion vermieden werden. Einsparen kann ich nur mit einem Verbrenner, wenn ich weniger verbrauche und hier muss angesetzt werden. Ein Schadstoffausstoss muss bestraft werden, egal wo. Ansonsten kaufen sich Unternehmen frei, weil das billiger ist, als den CO2 Ausstoss zu senken. Deshalb meine Forderung an alle E-Auto Fahrer:

Verzichtet auf solche Angebote.

Da hat sich das Umweltbundesamt etwas nicht zielführendes ausgedacht. Viel geschickter wäre es Zertifikate pro kW peak einer Solaranlage zu generieren und diese zu verkaufen, um die EEG Umlage und damit den Strompreis zu senken, wenn man schon mit Zertifikaten arbeitet.

Corona; Das Beispiel was beim Klimaschutz anders laufen muss

Seit Ende 2019 hat das Thema Corona das Thema Klimawandel weit in den Hintergrund gedrängt und ist gleichzeitig ein Beispiel dafür, wie die Welt agiert. Auch wenn die Corona Pandemie noch (lange) nicht beendet ist, so kann man doch jetzt einen Blick auf die letzten 24 Monate werfen und seine Schlüsse daraus ziehen.

Verlauf der Corona Pandemie in Deutschland

Zu Beginn der Pandemie in Deutschland haben die Experten vor gravierenden Auswirkungen gewarnt und die verschiedenen Wellen vorhergesagt. Zu Beginn haben die Politiker noch weitgehend auf die Experten gehört und das Leben in Deutschland drastisch heruntergefahren, was dazu geführt hat, dass Deutschland im internationalen Vergleich recht gut dastand (Basis für diese Aussage ist die Anzahl der Toten). Gleichzeitig haben die Medien offen über die Pandemie berichtet, was gut ist, aber zu einer typisch Deutschen Sicht geführt hat. Die Deutschen sind heute sehr skeptisch in allen Belangen geworden. Ich weiß nicht wie es dazu gekommen ist, aber das bedeutet, dass wir oft und gerne über Probleme diskutieren und selten über Lösungen. Das ist ein Problem, dass sich immer weiter verstärkt und emotional stärker ist, als positive Dinge. Beispiel, wenn Rückmeldungen ausgewertet werden, ist der Anteil der negativen Stimmen immer um ein vielfaches größer als die der zufriedenen Stimmen, weil letztere sich einfach gar nicht äußern, der Unzufriedene aber sehr wohl sein Meinung von sich gibt.

Im Laufe der Pandemie hat die Politik festgestellt, dass man eine Wirtschaft nicht dauerhaft herunterfahren kann. Also wurden Lockerungen beschlossen. Zudem stand eine Bundestagswahl an und kein Politiker wollte seine Wähler verprellen. Somit wurden wichtige Maßnahmen gar nicht oder viel zu spät beschlossen, so dass wir uns jetzt in einer vierten Welle befinden. Außerdem und das hat noch niemand geäußert, laufen wir auf das nächste große Problem zu. Dies wird durch die aktuell an RSV erkrankten Kindern sichtbar. Wir sind durch die ganzen Hygienemaßnahmen von den üblichen Grippe- und Erkältungskrankheiten entwöhnt, so dass auch von dieser Seite Gefahr für das Immunsystem droht.

Zurück zum Thema. Ich stelle fest:

  • Die Politik hat viel zu langsam und zu zögerlich reagiert.
  • Die Politik hat nur reagiert und nicht auf anhand der wissenschaftlichen Empfehlungen aktiv agiert.
  • Die Medien haben erheblich mehr über (mögliche) Probleme und Fakenews berichtet.
  • Die Bevölkerung hat die falschen Schlüsse gezogen und unsolidarisch agiert.

Parallelitäten zur Klimaänderung

Die Wissenschaftler in der Coronapandemie sind einer Lernkurve gefolgt. Man hatte zwar aus der Vergangenheit gewisse Beispiele (Spanische Grippe) aber diese sind nicht 100% auf das Coronavirus und die heutige Zeit übertragbar. Dies wurde offen kommuniziert, kam aber in den Medien als Rumgeeiere an. In der Vergangenheit wurde viel über die Klimaveränderung diskutiert und zu Beginn hieß es auch, dass man noch dabei ist die Modelle zu entwickeln. Allerdings sind sich heute ALLE Wissenschaftler über die Klimaveränderung, deren Gründe und deren Auswirkungen einig.

Die Politik ist in der Coronapandemie einem seltsamen Weg gefolgt. Erst mit der großen Keule zuschlagen, dann übervorsichtig agiert, anhand von Erfolgen quasi alles freigegeben und dann wegen der Wahl nicht rechtzeitig gegengesteuert. In der Klimapolitik sieht es genauso aus, wobei die große Keule (noch) fehlt, sondern einfallsloses Rumgeeiere jetzt schon stattfindet, um ja niemandem weh zu tun. Ich erinnere mich an eine Rede von Herrn Habeck, der von den drei politischen Steuermöglichkeiten Bestrafen (Steuern, Gebühren, Abgaben), Einschränken (Verbote, Auflagen) und Bezahlen (Subventionen) gesprochen hat. Davon, dass die Politik aber durch Vorgaben (Gesetze) steuern kann, die weder etwas mit Bestrafen noch mit Bezahlen zu tun haben, war leider keine Rede.

Zu guter Letzt das Volk. Sowohl in der Pandemie, als auch in der Klimaproblematik wurde dem Volk eingeredet, dass die Politik alles regeln muss und hat sich anschließend beschwert, wenn die getroffenen Maßnahmen nicht in ihrem Sinne gewesen sind. Viel zu wenig wurde auf die Worte der Experten gehört, die mit den Worten „Wir müssen zusammen …, begannen. Anders ausgedrückt, das Volk macht nichts von sich aus, wenn es nicht gezwungen / genötigt wird. Das ist wie bei jugendlichen Kindern, die auch nichts von sich aus tun.

Schlüsse für den Klimawandel

Ich ziehe aus dem Coronabeispiel folgende Schlüsse:

  • Wir haben die Lernkurve eigentlich hinter uns und wissen was zu tun ist.
  • Wir müssen jetzt agieren, auch wenn wir schon (zu?) sehr spät dran sind. (Wir müssen nicht mehr auf Technologien warten, so wie wir auf einen Impfstoff warten mussten, denn es gibt sie alle.)
  • Ein zu spätes Agieren hat dramatische Folgen für alle.
  • Das Volk muss aufhören auf die Politik zu warten.
  • Die Politik muss die richtigen Rahmenbedingungen schaffen.
  • Wir als Deutsche dürfen nicht auf andere Länder schauen, sondern wir müssen für uns die wichtigen Schlüsse ziehen. Im Übrigen sind die CO2 Ausstöße in China und den USA auf unser Konsumverhalten zurückzuführen und bzgl. China haben wir unseren CO2 Ausstoß durch Produktionsverlagerungen schon vor Jahrzehnten nach China verlagert.

Was sollten wir jetzt gegen die Klimaveränderung tun?

Es gibt verschiedene einfache Maßnahmen.

  1. Die Politik beschließt ein Gesetz nach dem jeder Gebäudeneubau sich energetisch neutral verhalten muss, also so viel Energie (Strom und Wärme) erzeugen muss, wie das Haus und deren Einwohner im Jahr verbrauchen.
  2. Es müssen Vorgaben erlassen werden, um einerseits Vermietern einen Anreiz zur Investition in eine neue Heizung und Stromerzeugung zu bieten und andererseits verhindern, dass Mieter belastet werden. Dies kann zum Beispiel durch KfW Kredite generiert werden, so dass die Kosten durch die allgemeinen Betriebskosten gedeckt sind und am Ende jeder etwas spart und die Umwelt schützt.
  3. Es muss auch für Bestandsbauten eine kostenneutrale Finanzierungsmöglichkeit geschaffen werden, so dass auch diese schnellstmöglich umgebaut werden können.
  4. Gesetz: Wenn ein Altbau ein neues Dach erhält, so muss auch dieses mit Solarzellen bestückt werden.
  5. Alle Solar- und Windkraftanlagen, die an das öffentliche Stromnetz angeschlossen sind, benötigen einen Pufferspeicher, der eine Verbrauchsnacht abdecken kann.
  6. Der Denkmalschutz muss so überarbeitet werden, dass auch hier Veränderungen möglich sind. Beispielsweise haben sich Schlösser und Burgen im Laufe der Besitzer an deren Bedürfnisse immer wieder angepasst. Warum ist das heute nicht mehr möglich? Ist es wirklich wichtig Baumaterialien zu erhalten, die ungünstig sind oder reicht es nicht aus, eine optische Ansicht zu erhalten? Ich denke hier an Fenster und Dachziegel. Es gibt beides in entsprechender Optik, nur sind zum Beispiel Kunststofffenster viel besser als Holzfenster.
  7. Die Politik muss eine allumfassende Verkehrsreform unterstützen. Damit meine ich nicht, dass die Innenstädte vom Auto befreit werden. Ich meine damit eine Umsetzung eines modernen und flexiblen ÖPVs und durch das Schaffen von Anreizen an bestimmten Punkten in den ÖPV zu wechseln (vom Lande in die Stadt kommt man nicht ohne Auto und auch nicht über das Land). In den Städten und Gemeinden muss eine allgemein zugängliche, umfangreich vertretene und bezahlbare Ladeinfrastruktur für E-Autos geschaffen werden.
  8. Die Politik muss unsinnige Subventionen abschaffen. Das Kerosin muss ordentlich bepreist werden. Der Diesel muss ordentlich bepreist werden. Auch E-Autos sollten keine Subventionen bekommen (die sind preislich inzwischen attraktiv genug). Die Subvention von E- und Hybrid-Firmenwagen muss abgeschafft werden.
  9. Es werden Möglichkeiten für Kleinenergieerzeuger geschaffen, um ihren Strom fair und einfach vertreiben zu können, ohne dass diese direkt zu Gewerbetreibenden werden (hier braucht es nicht nur Vorgaben für das Finanzamt, sondern auch vernünftige Vorgaben für den Markt).
  10. Der Industrie werden Bürgschaften zur Verfügung gestellt, damit die Industrie größer und globaler denken kann. Beispiel Solarproduktion. Es reicht nicht aus eine Solarzellenfabrik für den Deutschen Markt aufzubauen. Die wird niemals gegen die chinesische Konkurrenz bestehen können.
  11. Unterstützung der Universitäten und Institute zur Entwicklung moderner Technologien mit richtig viel Geld und nicht nach dem Gießkannenprinzip. Forschung und Entwicklung führt nicht immer zu einem wirtschaftlichen Erfolg. Das darf also keine Bedingung sein.

Die oben beschriebenen Maßnahmen zur Finanzierung kosten eigentlich niemanden etwas. Der Staat bekommt sein Geld zurück und das Volk profitiert von den Einsparungen.

Die beschriebenen Maßnahmen sind zum großen Teil einfach und schnell umsetzbar.

Die Generation 40-70 muss mal den Arsch hochbekommen und die Verantwortung für die zukünftige Welt übernehmen.

Heizkostenoptimierung – Heizungssanierung

Nächste Woche findet im Ort eine Informationsveranstaltung zum Thema Heizung statt. Ich weiß noch nicht, ob ich da hingehe, da es mich nicht direkt betrifft. Deshalb weiß ich auch nicht, was da erzählt wird. Aber ich kann meine eigenen Erfahrungen darstellen und das was ich als Maßnahmen durchführen würde.

Das Heizen von Wohnraum ist neben dem Verkehr der größte CO2 Emittent. Also ist es besonders wichtig hier Maßnahmen durchzuführen. Wenn man die Umwelt schützen möchte gibt es zwei Möglichkeiten, entweder Verzicht oder bessere Technik. Ich glaube nicht, dass jemand bei 17 Grad auf seiner Couch sitzen möchte. Also bleibt hier die Optimierung übrig. Die folgenden Maßnahmen sind nach Einfachheit und Kosten sortiert. Dabei sind die ersten Maßnahmen nicht nur die günstigsten, sondern auch die effektivsten.

Optimierung des Wärmeflusses

Wenn Sie Ihre Heizkörper voll aufdrehen und dann einen glühenden Heizkörper haben und in Badehose auf Ihrem Sofa sitzen, liegen zwei Probleme vor. Erstens funktioniert der Heizkörper nicht optimal und zweitens ist die Heizwassertemperatur zu hoch. Wenn ein Heizkörper vom Einlass bis zum Auslass vollständig heiß ist, bedeutet dies, dass das Heizwasser sehr schnell durch die Heizung läuft und gar keine Zeit hat die enthaltene Wärme abzugeben. Besser ist es, wenn der Heizkörper im Einlass warm ist und im Auslass deutlich kühler (ca. 10 Grad Celsius). Das erreicht man durch einen sogenannten hydraulischen Abgleich. Hierzu besitzen moderne Heizkörper Ventile, die einen zusätzlichen Ring besitzen, mit denen die Durchflussgeschwindigkeit eingestellt werden kann. Man kann diese Ventile auch nachrüsten. Das kostet pro Heizung ca. 15-50€, je nachdem ob man nur das Innenleben tauscht oder auch den Drehregler. Leider muss dazu das Wasser abgelassen werden, so dass man das nicht selber machen kann. Diese Maßnahme wird aber von der KfW gefördert und spart (laut Internet) 15-25% Heizkosten ein.

Zusatz: Elektronische Heizkörperthermostate kosten wenig mehr, als ein normaler Thermostat (wenn man sie ohnehin tauscht) und man kann mit ihnen über Zeitprofile die Raumtemperaturen regeln, was auch noch einmal ein bisschen spart, aber diese benötigen Batterien, die nur ein Jahr lang halten. Glücklich ist der, der eine Steckdose in der Nähe hat und dann ein 3V Kabel legen kann. Dies sollte man bei einer Altbausanierung gleich mit vorsehen. Man kann auch gleich vernetzte Thermostate verwenden und diese ggf. an eine Haussteuerung anschließen.

Optimierung der Heiztemperatur

Ein wohlig temperierter Raum zum Arbeiten oder zum gemütlichen Sitzen sollte etwa 23 Grad Celsius haben. Wenn diese bereits erreicht ist wenn der Heizkörper auf 2 steht, dann ist die Heizwassertemperatur viel zu hoch. Optimal ist es, wenn man den Heizkörper auf 4 stellen muss. Dann hat man noch immer eine Toleranz mit dem Maximalwert 5. Das Schlafzimmer wird dann natürlich geringer eingestellt. Gerade die Reduzierung der Heizwassertemperatur ist ein extrem wichtiger Beitrag. Da stellt man dann auch ganz schnell fest, dass die Temperatur schon fast im Bereich einer Fußbodenheizung ist und nicht mehr bei 70 Grad, wie man es früher gemacht hat. Keine Angst um einen zu kalten Raum, wenn es Draußen sehr kalt wird, denn die Heizung steuert die Heizwassertemperatur durch den Außenfühler entsprechend nach.

Mit den bisher beschriebenen Maßnahmen kann man wohl bis zu 30% Heizkosten einsparen.

Warmwassertemperatur

Gerade in Mietshäusern heißt es immer, dass die Wassertemperatur sehr hoch sein muss, damit sich keine Salmonellen ansiedeln können. Erstens ist das „nur“ ein Problem, wenn selten Wasser entnommen wird, also zum Beispiel nach einem Urlaub und zweitens bestehen auch Salmonellen nur aus Eiweiß. Eiweiß gerinnt bei 42 Grad. Deshalb ist das auch die kritische Körpertemperatur des Menschen. Also reicht eine Warmwassertemperatur von 45 Grad Celsius völlig aus. Die ist angenehm unter der Dusche, man verbrüht sich also nicht und man muss grundsätzlich erstmal keine Angst vor Keimen haben. Um ganz sicher zu gehen, lässt man aber die Temperatur einmal die Woche auf 55 Grad ansteigen, was natürlich auch nur dann etwas bringt, wenn diese auch abgerufen wird. Eine Dauertemperatur von 55 Grad Celsius ist unnötig und gefährlich, weil sie zu Verbrühungen führen kann. Auch diese Reduktion spart sehr viel Kosten und reduziert den CO2 Ausstoss.

Jetzt haben wir schon durch Einsatz von wenig Geld eine Menge Geld eingespart und die Umwelt geschont.

Vorarbeiten

Bevor wir zur eigentlichen Heizung kommen, vorher noch ein weiteres Vorhaben zum Energiesparen. Den wichtigsten Isolationsbeitrag eines Hauses bringen die Fenster. Wenn Sie keine 3-fach Verglasung haben, ersetzen Sie die Fenster durch 3-fach Verglasung und verwenden Sie moderne energiesparende Kunststoffprofile. Wenn Sie dann noch auf WK3 achten, haben Sie gleichzeitig einen Einbruchschutz. Rechnen Sie im Schnitt pro Fenster mit ca. 1000€. Ich denke, es gibt auch Profile, die Holz imitieren. Ich hoffe die Denkmalschutzbehörden gehen an der Stelle langsam mal mit der Zeit. Moderne Fenster bringen einen sehr hohen Beitrag, der noch höher einzuschätzen ist, als eine Hausisolierung. Apropos. Wenn Sie sich entschließen sollten Ihr Haus zu isolieren, verwenden Sie auf keinen Fall Kunststoff (Styropor). Es gibt inzwischen genauso einfach zu verarbeitende Isolierungen auf Biofaserbasis. Damit haben Sie später keinen Sondermüll und das Haus kann weiter atmen. Ich halte auch die Aussagen, dass ein Haus luftdicht sein muss für völligen Schwachsinn, da damit die Luftqualität im Haus massiv beeinträchtig wird und es leicht zur Schimmelbildung führen kann.

Heizung

Nun haben wir alle Vorarbeiten betrachtet und können uns der Heizung widmen, die inzwischen gar nicht mehr so groß sein muss und nach einer Hausisolierung den teuersten Faktor der Maßnahmen darstellt. Wir gehen also davon aus, dass Sie eine alte Öl-Heizung haben. Wenn Sie diese rauswerfen, können Sie einen zusätzlichen Raum gewinnen. Außerdem entfällt der Ölgestank. Wenn Sie den Platz dafür haben, schaffen Sie sich eine Luftwärmepumpe an. Diese stell aktuell das Optimum aus Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz da. Eine Erdwärmepumpe ist energetisch noch besser, bedingt aber einen viel höheren Aufwand und ist umwelttechnisch etwas zweifelhaft, zumindest, wenn sie in die Tiefe geht. Zudem haben diese Heizungen den Vorteil, dass sie mit Strom arbeiten und dieser relativ konstant im Preis bleiben wird, da der CO2 Preis hier eher sinken als steigen wird und man kann ja selber (als Hausbesitzer) zum Stromproduzenten werden.

An dieser Stelle würde ich gerne aufhören, denn alle anderen Heizungen sind Umweltsäue. Über die Ölheizung müssen wir uns wohl nicht unterhalten. Wohl aber über die vielfach gepriesenen Pellet- oder Hackschnipsel-Heizungen. Für diese werden in Osteuropa und Asien ganze Wälder abgeholzt. Die Aussage, dass für die Pellets nur Reststoffe verwendet werden, ist schlichtweg falsch. So viel Abfall fällt nämlich gar nicht an und die Herstellung von Pellets ist energieaufwendig. Das bedeutet, es muss erst künstlich einen Teil der Energie in das Material gebracht werden. Zudem kommt noch der Transport hinzu.

Als Notlösung fällt mir nur noch eine Gasheizung ein, da man vielleicht irgendwann das Gas auch synthetisch aus der Elektrolyse und dem CO2 der Luft gewinnen kann.

Eine Wärmepumpe hat noch den weiteren Vorteil, dass sie über eine Photovoltaikanlage betrieben werden kann und damit besonders günstig ist.

Soweit ich informiert bin, sind alle Maßnahmen durch die KfW förderbar, so dass niemand einen teuren Privatkredit aufnehmen muss. Voraussetzung ist oftmals ein Energieausweis, erstellt durch einen Energieberater. Halten Sie aber mit dem Energieberater fest, dass er Zusatzkosten übernimmt, wenn sein Energieausweis nicht stimmt. In meinem Fall hat mich eine falsche Berechnung 2000€ gekostet, die ich nicht an Subventionen bekommen habe und die ich höhere Zinsen länger bezahlen muss. Errechnet hatte der Energieberater einen Verbrauch von 55kW/qm bei 20 Grad Raumtemperatur. In Wirklichkeit waren es 13kW/qm bei 21 Grad. Das macht einen gewaltigen Unterschied bei der „Art“ des Hauses.

Wofür steht die Corona Krise im Hinblick auf die Klimakrise?

Gestern Abend war mir so langweilig, dass ich Teile von der Sendung Anne Will gesehen habe. Da haben sich mal wieder Prominente aus alle Bereichen über die Probleme der Coronakrise ausgetauscht und „tolle Ideen“ präsentiert. Zum Beispiel wurde mal wieder über die Corona Warnapp hergezogen und auf die Entwickler geschimpft. Nun war leider keiner der Entwickler eingeladen. Und ich kenne auch keinen der Betroffenen, aber ich weiß, wie solche Projekte laufen. Da werden oftmals sehr gute Ideen unterdrückt und kaputt gemacht. Ich denke, dass dieses rudimentäre Kontakttagebuch nicht auf den Ideen von Entwicklern basiert. Es sind in diesem Fall sicher die Vorgaben der Politik gewesen, die das eigentlich gute Konzept zunichte gemacht haben. Woran ist die App, Stand heute, gescheitert?

  1. Die App wurde von den Politikern, die sie erst herbeigesehnt haben, kaputt geredet worden. Dazu gehört auch eine unglückliche Berichterstattung darüber. Auch in der Sendung wurde der baden-württembergische Ministerpräsident entsprechend zitiert, obwohl der keine Ahnung hat.
  2. Man wollte, im Gegensatz zu der chinesischen und südkoreanischen Version, den Nutzer schützen. Das ist eigentlich in der App hervorragend gelungen, leider an einer Stelle zu gut, auf die ich noch komme. Trotzdem ist das Mißtrauen gegenüber der App geblieben. Was sind die Gründe dafür? Erstens fehlt es inzwischen an Grundvertrauen dem Staat gegnüber und manch einer hat Angst, dass die Daten an Krankenkassen oder noch schlimmer, irgendwelche anderen Behörden, weitergegeben werden. Dieses Mißtrauen ist auch noch dadurch geschürt worden, dass Gästelisten in Restaurants von der Polizei einkassiert und kontrolliert wurden. Die Politik hat dieses Fehlverhalten nie konsequent verfolgt und bestraft.
  3. Wenn man in kurzer Zeit eine neue Software einführt, bei der auch noch diverse Unternehmen global zusammengearbeitet haben, rumpelt es am Anfang ein bisschen. Auch dieses, recht geringfügige Rumpeln, wurde in den Medien breit getreten und kritisiert. Liebe Leute, macht es doch mal besser. Aber beim Nutzer ist angekommen, die App wirkt gar nicht.
  4. Die Folge ist, dass bis heute die App nur 25Mio Mal installiert wurde und man weiß nicht, wie viel davon noch aktiv sind. Das ist insgesamt zu wenig, wo man eine Abdeckung von 60-70% benötigt.
  5. Man hat von den Laboren verlangt, dass sie eine Software kaufen, mit denen sie die Ergebnisse dem System bekannt geben können. Sorry, aber bei einem Budget von 20Mio € sollten drei Versionen (Windows, Mac, Linux) einer solchen App locker drin sein, bzw. noch einfacher ein Webinterface. Und die Labore hätten nichts bezahlen sollen.
  6. Durch das kleingeistige Fürstentumgehabe in Deutschland, kann man sich auf keine gemeinsame Software in den Gesundheitsämtern einigen. Es ist einfach nur traurig. Selbiges gilt im Übrigen auch für die Schulsoftware. Leute schaut einfach mal nach Dänemark, wo seit 15 Jahren digitaler Unterricht erfolgreich praktiziert wird.
    Die Erfahrung hat gezeigt, dass durch diese fehlende Integration Testergebnisse nicht über die App gemeldet werden. Damit wird dem User sehr viel Verantwortung auferlegt und manch ein Nutzer ist dazu nicht in der Lage.
  7. Deshalb wird, Stand heute, die App in Positivfällen nur zu 10% genutzt. Das ist viel zu wenig.

Was wurde als „Verbesserung“ in der Sendung präsentiert? Eine App von Smudo, bei der man sich aktiv per Code kontaktmäßig austauscht, um es nicht, wie in der Corona Warnapp manuell eintippen zu müssen. Die Idee ist ganz nett, aber total überflüssig. Hier also mein Verbesserungsvorschlag, der einfach, billig, schnell und extrem wirksam ist:

Das Verfahren der Rückmeldung wird um das Datum ergänzt. Wenn ich also die Meldung eines längeren Corona Kontakts hatte, soll mir das zugehörige Datum, nebst Kontaktdauer angezeigt werden. Das würde mir als Verbraucher helfen, die Situation im Nachhinein besser einschätzen zu können. Ergänzung: Aus Datenschutzgründen, darf der Zeitraum nicht angezeigt werden. Dies ist aber auch gar nicht notwendig, da die App ohnehin einen Zeitstempel für Pärchen haben müsste und sich daraus den betroffen Zeitpunkt ermitteln kann. War ich maskiert in der Bahn unterwegs, ist das Risiko geringer, als wenn ich auf einer Party war.

Vorschlag Teil Zwei: es gibt eine spezielle Businessapp. Dieses App wird von Geschäften, Restaurants, Friseuren, … genutzt. Der Unterschied besteht darin, dass diese nichtnatürlichen „Nutzer“ ihre Daten, also Name des Betriebs, Ort, Typ, usw. mit angeben und sich örtlich nicht bewegen. Wenn also ein Nutzer sich als Corona positiv meldet, dann bekommt quasi auch das Geschäft eine anonyme Mitteilung darüber. Nun wird es interessant und es folgt der Grund für das Kontaktdatum. Die App des Geschäftes könnte nämlich automatisiert für den Kontaktzeitraum sich ebenfalls als positiv getestet melden und schon würden alle anderen Nutzer, die zu dieser Zeit in dem Geschäft waren, auch eine Meldung erhalten und könnten sich dementsprechend verhalten. Und anhand des Typs, kann man erkennen, ob die Friseure besonders kritisch sind oder die Geschäfte, unterschieden nach ihrer Größe, Busse, Bahnen, Schulen, …. Damit würde man eine extrem gute Datenbasis bekommen und das trotzdem noch vollständig anonym. Besser geht es nicht.

Was hat das alles mit Klimawandel zu tun? Zugegeben nicht viel, außer das man den den Virus ebensowenig sehen, schmecken, riechen und hören kann, wie den Klimawandel. Es zeigt aber, dass diejenigen, die Entscheidungen für uns treffen, erstens keine Ahnung haben, zweitens sich auf Aussagen von Lobbyisten verlassen und drittens erst dann auf die Masse hören, wenn sie laut geworden ist. Ich hoffe dementsprechend, dass bald die Masse der Klimaschützer wieder lauter wird und sich Gehör verschafft, denn unter den aktuellen Gegebenheiten bleibt uns nichts anderes übrig, als mit den Folgen des Klimawandels zu leben.

Das elektrische Jahr 2020

Das Jahr 2020 neigt sich dem Ende. Einmal Zeit ein Resümee aus Sicht der E-Mobilität zu werfen. Positiv ist auf jeden Fall, dass sich der Anteil an E-Fahrzeugen deutlich erhöht hat, wobei für mich nur reine E-Autos zählen. Wie man ja inzwischen auch in der Presse mitbekommen hat, werden Hybride nur aus Steuervorteilen vor allem als Firmenwagen gekauft. Seltsam, wenn nach drei Jahren in den Leasingrückläufern das Ladekabel noch eingeschweißt rumliegt. Ich verstehe auch nicht, warum der Deutsche noch immer Wert darauf legt einen VW zu fahren.

Apropos Herkunft der Fahrzeuge. Ich habe gehört, dass Tesla Model 3 aus China zu bevorzugen sind, weil diese eine höhere Qualität aufweisen. Da bin ich ja mal auf das Model Y aus Brandenburg gespannt. Apropos Tesla. So gerne ich meinen Tesla fahre und ich deren Gesamtkonzept einfach am besten finde, so muss ich sagen, dass das Abholzen von 170ha für eine Gigafactory vielleicht doch nicht so ökologisch ist. Haben wir in Deutschland nicht genug Industriebrachflächen? Wie wäre es mit dem alten Opelwerk in Bochum? Vermutlich ist das aber nicht die Schuld von Tesla, sondern von den vorhandenen Abschreibemodellen und den Politikern, die einen Wald als Gewerbegebiet ausweisen. Schön wäre es allerdings gewesen, wenn Tesla mit dem Holz gleich mal das Werk bauen würde. Neulich habe ich eine Sendung über Holzhäuser aus Borkenkäferholz gesehen. Sehr interessant, denn solches Holz als Bauholz zu verwenden ist gar kein Problem.

Was gibt es sonst noch zu sagen? Ich bin mit meinem Tesla inzwischen 183.000km gefahren und bin inzwischen wieder nur bei 10% Leistungsverlust. Zwischenzeitlich war der mal höher, aber mit Softwareupdates ist die Reichweite wieder angestiegen. Leider verkehrt sich das billige Fahren (Laden) langsam in das Gegenteil. Gut, mich betrifft das jetzt weniger, weil ich am Supercharger noch immer kostenlos laden kann, aber die wenigen kostenlosen Ladesäulen sind inzwischen (zu) gut besucht. Nun geht es mir nicht um das kostenlose Laden, aber um das Laden zu vernünftigen Preisen. Wenn man von den dicken Schiffen (wie meinem) mal absieht, verbraucht ein E-Auto im Schnitt 15kW / 100km. Das sind umgerechnet etwa 1,5l Benzin oder Diesel. Wenn ein Mittelklasse Verbrennerfahrzeug zwischen 5 bis 7l Diesel oder Benzin auf 100km benötigt, so sind das aktuell Kosten von ca. 5-10€. Aktuelle Strompreise an den Ladesäulen sind etwa 40Cent pro kWh für das langsame Laden bis 86Cent für das schnelle Laden. Wenn man also auf Tour ist, bezahlt man heute schon 13€ für 100km. Nun soll der Preis auf 1,08€ für die kWh steigen. Damit kosten 100km 16€. Das ist bei diesen Fahrzeugen also etwa das Dreifache im Vergleich zu einem Diesel. Das ist völlig uninteressant. Ich verstehe schon, dass man den Energieverbrauch reduzieren will und die Steuereinnahmen maximieren will, aber dazu muss man wettbewerbsfähige Preise haben, also die Umweltkosten mit einrechnen. Dabei dürfen die Mehreinnahmen durch einen CO2 Aufschlag aber nicht für irgendetwas verwendet werden, sondern für die Weiterentwicklung und den Ausbau an ökologischen Technologien und genau an der Stelle sehe ich das Problem.

Noch ein Letztes zum Thema Aufladen. Ich habe in meinem Portemonnaie 5 Ladekarten. Von einer weiß ich, dass die Nutzungsmöglichkeiten immer weniger werden, denn die funktioniert nur an kostenlosen Ladesäulen. Bei den anderen 4 Ladekarten habe ich irgendwelche Mitteilungen bekommen, dass sich irgendetwas geändert hat. Da habe ich den Überblick verloren und weiß nicht, welche noch funktioniert, welche nicht mehr funktioniert und wenn sie funktioniert, was es dann kosten würde. Deshalb fordere ich folgendes:

  1. Das Bezahlen muss mit den in Europa üblichen Zahlungsmitteln möglich sein. Da Bargeld ausscheidet und die EC-Karte eigentlich nur in Deutschland verwendet wird, sollte es also die Kreditkarte sein oder das Handy, was ja das Gleiche ist. Damit würde eine lästige Anmeldung entfallen.
  2. Ich möchte, dass mir die Ladesäule vorher anzeigt, was an Kosten auf mich zukommt. Geht nicht? Doch, gerade bei Elektrofahrzeugen geht das, denn die Ladesäulen können ja auch den Akkustand anzeigen. Also kann die Ladesäule die benötigten kW abfragen, ggf. sogar mit einer eventuell eingestellten Begrenzung. Ich lade zum Beispiel immer nur auf 90%. Also Anzeige xCent / kWh und Summe für n kWh. Außerdem muss es möglich sein den Preis zu bestätigen. Da besteht das größte Problem, denn viele Ladesäulen besitzen gar keine Eingabemöglichkeit, aber vielleicht kann man mit der Kreditkarte den Vorgang zweimal bestätigen oder besser noch, man sieht ein Eingabefeld vor, was auch zu der Abfrage einer Pin genutzt werden kann.
  3. Speziell rabattierte Anbieterkarten können natürlich möglich sein.
  4. Man kann eine solche Lösung auch mit ins Fahrzeug integrieren und darüber steuern. Geht aber vielleicht nur bei einem Tesla.
  5. Ferner fordere ich, dass subventionierte Ladesäulen immer für Jedermann zugänglich sein müssen. Beispiel Mitsubishi in Friedberg (Hessen). Dort ist das schnelle Laden nur noch zu Öffnungszeiten möglich. Das finde ich eine Frechheit. Ich habe das nämlich gerne genutzt, um von dort meine sonntägliche Joggingrunde zu starten und parallel das Auto zu laden. Das funktioniert nun nicht mehr. Warum nicht? Ist mir völlig unverständlich, wo das kostenlose Laden da ohnehin abgeschafft wird oder wurde.

Diese Dinge könnte und müsste die Politik steuern. Leider hat sie keine Ahnung und tut es nicht. Mal schauen, was im nächsten Jahr passiert. Ich hoffe nur, dass die Teslasäulen nicht für alle geöffnet werden, denn dann wird es auch an den Ladesäulen eng, aber man kann das vielleicht auch über den Preis steuern. Da bin ich tatsächlich egoistisch, aber die Supercharger sind teilweise sehr gut besucht. es dauert nicht mehr lange und dann muss man an ihnen immer häufiger auf einen Ladeplatz warten.