Tag 5: Ziel erreicht

Nach einer kurzen Nacht, bin ich um kurz nach 4 zum Nordkap aufgebrochen. Etwa 30km später kam ich an einen gesperrten Tunnel. Was tun? Es war niemand zu sehen, es gab keine Alternative und es sah so aus, als wenn Gegenverkehr möglich sei. Außerdem war eine Ampel angekündigt, aber die gab es gar nicht. Also morgens um 4:30. Außer mir war bislang niemand unterwegs und wer arbeitet schon um die Zeit. Also um die Sperre rumgefahren und durch den Tunnel gestochen. 5km nichts zu sehen. Erst am Ende stand ein Trupp Bauarbeiter und schüttelte den Kopf. Ich habe dann den scheinbaren Chef gefragt, wie das denn so läuft. Er mir also erst einmal den Kopf gewaschen, dass ich gefälligst rote Blinklichter (für mich waren sie gelb und erst recht war es keine Ampel) zu respektieren habe. Ich gelobte Besserung und durfte passieren. Ansonsten hätte ich Stunden warten müssen, denn sie haben nur alle zwei Stunden Fahrzeuge passieren lassen. Fazit: alles richtig gemacht.
Weiter ging es im Eiltempo die Küste entlang. Außer ein paar Rentieren war nichts unterwegs. Apropos Rentier. Die haben eine echt gemütliche Art drauf. Stehen auf der Straße rum und glotzen einen aus großen Augen an. Dann traben sie langsam zur Seite oder man hupt, aber wenn ein Rentier läuft, ist das kein ästhetischer Anblick. Ein Fuchs am Wegesrand hat sich das abgeschaut und ging am Straßenrand einfach seinen Geschäften nach. Du kannst mit 100 an einem Rentier vorbeifahren, das interessiert es nicht.

Am Ziel
Nordkappanorama

Vor mir ging die Sonne in einem roten Streifen auf und ich hoffte davon noch etwas am Nordkap zu sehen. Leider erfüllte sich das nicht, denn als ich oben mit 51% Restkapazität ankam, waren überall dichte Wolken. Es heißt zwar, dass wenn einem das Wetter nicht passt, man 5 Minuten warten soll, dann ist es besser, aber nicht heute. Ich war fast alleine dort oben. Die Shops haben um diese Jahreszeit nur von 11:00 bis 15:00 auf. Dafür ist das Parken auch kostenlos, weil schlichtweg kein Personal da ist. Also bin ich zur Kugel gegangen und habe meine Bilder gemacht.

Es gibt auch ein weiteres Denkmal.

Als ich meine Finger nicht mehr spüren konnte, bin ich zurückgefahren. Es war etwas mehr los. Auf den 130km habe ich wohl 5 Autos gezählt. Die (zu) hohe Geschwindigkeit hat ihren Tribut gefordert. Ich bin mit 14% zurückgekommen und musste 8 Stunden laden, um den nächsten Supercharger erreichen zu können. Dafür war der Tunnel inzwischen wieder frei, obwohl auch da gelbe Lichter blinkten, aber das hieß nur, man solle vorsichtig fahren.

Frühstück im Olderfjord Hotel. Recht übersichtlich.

Am Nachmittag klarte das Wetter auf, aber ich habe mich nicht geärgert. Immerhin war es trocken und man konnte über das Meer schauen. Das ist mehr, als viele andere zu sehen bekommen.

Spaziergang in Olderfjord. Olderfjord ist wohl der Bach, der hier in den Fjord läuft.

Nach einem eher langweiligen Tag, bin ich gegen 16:30 wieder aufgebrochen. Das Auto startete mit 14% Restreichweite bei Ankunft. Durch vorschriftsmäßiges Fahren konnte ich den Wert zwischenzeitlich auf 24% hochschrauben. Etwa 50km vor dem Charger hielt ich zum Übernachten. Ein perfekter Platz mit Blick Richtung Norden über den Kvaenangen Fjord. Eine sternklare Nacht. Ideal zur Beobachtung von Nordlichtern. Leider taten sie mir nicht den Gefallen. Außer ein paar Satelliten und den Sternen war nichts zu sehen. Ich habe zwar ein paar schöne Nachtaufnahmen machen können, aber eben ohne Nordlichter. Vielleicht ergibt sich auf den Lofoten noch eine Gelegenheit.

Warten auf das Nordlicht

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